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Muss es denn immer mehr sein? Gondeln, die sich drehen, Hängebrücken Richtung Himmel und weitere Superlative? Das Wintersportgebiet Sattel-Hochstuckli (SZ) dürfte guten Gewissens darauf verzichten. Allein Natur und Aussichten sind mehr als top!

DIE FAKTEN
Höhe: 1566 m.ü.M.
Lage: Zentralschweiz
Länge: 5.4 km bzw. 1 ½ – 2 Std. (Rundwanderung von/bis Mostelberg)
Anforderungen/Kondition: leicht – mittel (je nach Schneedicke)
Anreise: Mit dem Auto via Zug, Luzern und/oder Zürich bis zur Talstation von Sattel-Hochstuckli, mit der Bahn bis Sattel-Ägeri und weiter zu Fuss zur Talstation (ca. 11 Min.)
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DIE GANZE GESCHICHTE
Warum müssen es eigentlich immer Superlative sein, die verkaufen? Das habe ich mich auch auf dem Sattel-Hochstuckli gefragt. Auf der Website schwärmt man von der «ersten Drehgondelbahn der Welt» und von «Europas längster Fussgängerhängebrücke». Oder – etwas himmlischer – vom «Skywalk», gesponsert von einer Bank. Bei unserem Besuch allerdings hat sich die Gondel überhaupt nicht gedreht 🙁 . Und «die längste Fussgängerhängebrücke Europas» wurde zu diesem Zeitpunkt bereits von der «längsten Fussgängerhängebrücke der Welt» übertrumpft. Letztere sorgt im Wallis für Schlagzeilen und ist mehr als doppelt so lang wie der «Skywalk».

Sattel-Hochstuckli: Natürliche Schlagzeilen

Deshalb überlasse ich die Schlagzeilen lieber der Natur als menschlichen Höchstleistungen. Und damit darf sich dieses familiäre Wintersportgebiet durchaus brüsten. Die Pisten-Kilometer mit 14 Kilometern sind bescheiden, auch Loipen-Kilometer gibt es nur wenige mehr. Aber das Panorama vom Sattel-Hochstuckli aus verdient 100 Punkte 😊! Vor allem dann, wenn unten im Tal der Nebel tief und schwer hängt und man hier auf 1500 Metern das Gefühl kriegt, die Sonne richtig «einatmen» zu können. Zumal die Bergstation «Mostelberg» innert weniger Minuten erreichbar ist.


Rund um den Engelstock

Von Mostelberg also schwärmen die Wintersportler aus. Hier beginnt auch ein einfacher, aber nicht zu unterschätzender Rundweg. «Winterrundweg Engelstock» heisst die Tour, die um den gleichnamigen Berg führt. Eine Sache von 1 ½ bis 2 Std., wobei ich besser deren zwei einrechnen würde. Und wie immer: Anständige Winterkleidung. Vor allem, wenn Neuschnee gefallen ist, kann das Wandern etwas beschwerlich werden – und ist ein längeres auf und ab. Ähnlich wie beim Rundweg Schiben im Glarnerland oder jener Winterwanderung in Turren (OW) hoch über dem Lungernsee.

Panorama der Extraklasse

Aber lasst mich Euch das Panorama schildern! Rechts unten glitzert der Aegerisee, weiter links davon thront die Rigi. Unter uns ist verschwommen der Lauerzersee zu erkennen, ja, der ganze Schwyzer Talkessel. Und über allem schwebt die schier unendliche Zentralschweizer Bergwelt. Da sind auch die beiden Mythen, die ständig näher rücken, bis man sie – fast – zu fassen glaubt. Postkarten-like, glaubt mir 😊!

Herrenboden: Liegestühle im Schnee

Schön wäre es, auf halbem Weg auf einer Sonnenterrasse die Füsse auszustrecken und einen Glühwein zu trinken. Aber mit Restaurants am Weg ist leider nichts. Erst auf dem letzten Drittel, wo es bereits wieder abwärts geht, folgt die Erlösung. In Herrenboden steht – direkt an der Piste – das Berggasthaus Herrenboden samt grosser Sonnenterrasse und einem Dutzend Liegestühlen im Schnee.

Skywalk über dem Lauitobel

Anschliessend könnte man auf direktem Weg zurück zum Ausgangspunkt Mostelberg wandern. Wir aber entschliessen uns für den 15 Minuten-Umweg via «Skywalk». Die 200 Meter lange Brücke hoch über dem Lauitobel ist ebenso schön wie eindrücklich, zumal man auf halbem Weg richtig ins Schunkeln kommt; als wäre man leicht beduselt. Aber voll easy und eine spannende Erfahrung! Ähnlich wie die Hängebrücke Hostalde zwischen Frutigen und Adelboden im Berner Oberland. Oder die Handeckfallbrücke in der selben Region.

Gut essen in urchigem Ambiente

Zum Schluss ein Restaurant-Tipp. Zwar steht direkt neben der Gondelbahn ein Gasthaus mit grosser Sonnenterrasse; und dieses ist entsprechend gut besetzt. Gleich gegenüber jedoch fällt uns eine urchige Bergbeiz ins Auge, der «Mostler’s Q-Hof». Gewiss, etwas weniger Sonnen-exponiert und auch kleiner. Aber das Ambiente ist ur-gemütlich: Viel Holz, moderne Kuh-Malereien an den Wänden, freundlicher, speditiver Service und bodenständige, gute Gericht, wo kaum an Rahm gespart wird 😊. Eine Art rustikaler Chic, der ans Herz geht.

Dass die Gondel zurück ins Tal auch diesmal keinerlei Anstalten zum Drehen macht, lässt uns deshalb gänzlich kalt. Denn die Superlative auf dem Sattel-Hochstuckli sind ganz andere….

Teddy B, Februar 2019

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