Selten so viele Gipfel aufs Mal gesehen! Der Pizol Panorama Höhenweg bietet eine Top-Aussicht auf die Bündner, Glarner und Österreicher Alpen bis hin zum Bodensee. Und ist easy machbar.

DIE FAKTEN
Höhe: 2’222 m.ü.M. (Pizolhütte)
Lage: Bergmassiv im Sarganserland im Kanton St. Gallen
Länge: 3 km von der Pizolhütte nach Laufböden (2224 m.ü.M.) und zurück bzw. 1 ½ – 2 Std. Auch vice versa machbar
Anforderungen/Kondition: Einfach. Nur zwei etwas gröbere Steigungen unterwegs
😊 : Perfekt präparierter, sehr breiter Winterwanderweg, diverse Bänkli unterwegs
☹: Relativ lange Anfahrt mit Seil- und Sesselbahn (knapp 45 Min.) ab Wangs oder Bad Ragaz
Superlativ: Teil des UNESCO Welterbes Tektonikarena Sardona
Besonderes: «Teddy B Freundlichkeits-Preis» für die bis anhin freundlichsten Mitarbeiter aller besuchten Wintersportorte
Anreise: Mit der Bahn nach Chur bzw. Sargans und mit dem Bus weiter zur Talstation in Bad Ragaz/Matells (von Chur her) bzw. zur Talstation Wangs (von Sargans her). Anschliessend von Wangs mit den beiden Sesselliften Furt-Gaffia und Gaffia-Pizolhütte bis zur Bergstation Pizolhütte, von Bad Ragaz aus mit Gondel- und Sesselbahn hinauf zur Bergstation Laufböden. An beiden Talstationen sind ausreichend Parkplätze vorhanden.
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DIE GANZE GESCHICHTE
Das Erfreuliche zuerst: Diese leichte Winterwanderung lässt sich von zwei Ausgangspunkten aus machen, nämlich von Bad Ragaz/Matells oder von Wangs via Sargans her. Und ist eine beeindruckende Rundwanderung auf einer Art «Tribüne». Denn das hiesige Hochplateau auf über 2200 Metern outet sich als natürlich geformte Tribüne der Tektonikarena Sardona. Entlang dem Winterwanderweg vermitteln mehrere Info-Tafeln Fakten über Aussicht und Entstehung dieses UNESCO-Welterbes. Gleich zu Beginn der Wanderung passiert man übrigens den Wangsersee, dick verpackt in Schnee und Eis. Im Sommer gehört er zu den Haupt-Progatonisten der berühmten 5-Seen-Wanderung im Pizolgebiet. Aber auch ohne See ist die Aussicht top!

Winterwanderweg: Bestens präpariert und breit.

Pizol Panorama Höhenweg: Rundsicht vollkommen

Eine ähnlich vollkommene Rundsicht habe ich bis anhin höchstens vom Fronalpstock oder Moléson aus genossen. Zur Linken grüssen die Churfirsten, zu Füssen breitet sich das Rheintal bis hin zum Bodensee aus, und weiter rechts stehen Dutzende Bündner Gipfel stramm. Hinter allen Gipfeln jenseits der Pizolhütte liegen auch die kärglichen Überreste des Pizolgletschers, allerdings nicht in Sichtweite.

«Tagweidlichopf»: Top-Aussicht bis zum Bodensee!

Einfach wandern auf breiten Pfaden

Der Pizol Panorama Höhenweg also: Eine einfache, rund 3 Kilometer lange Winterwanderung. Stöcke sind zwar praktisch (eine grössere Auswahl gibt’s bei
SportScheck Outdoor), aber kein Must. Denn der Winterwanderweg ist perfekt präpariert und geebnet, so dass man kaum eintaucht. Und: Er lässt sich in 3 genüssliche «Etappen» einteilen:

Moderner Bau, aber gemütlich: Die Pizolhütte.

Etappe 1 (Start):  Bergrestaurant Pizol

Ein moderner, flacher Holzbau mit grossflächiger Fensterfront samt Tischen und Bänken. Der Pizol-Gipfel ist von der Pizolhütte leider nicht zusehen, die Wildseehörner sind im «Weg». Aber allein das Wissen darum, dass der «Promi-Berg» irgendwo da hinten thront, stimmt heiter. Ausserdem stehen an bester Aussichtslage mehrere Liegestühle – perfekt zum abtauchen und träumen.

Einmal abtauchen und auftanken, bitte…!

Etappe 2:  Aussichtspunkt «Tagweidlichopf»

Ein Highlight auf halber Strecke des Pizol Panorama Höhenweges. Denn der Aussichtspunkt «Tagweidlichopf» (2’275 m ü.M.) bietet einen schier unglaublichen Rundblick. Samt Auflistung aller Gipfel und anderer Höhepunkte. Und noch mehr: Nämlich einen Fotospot der Grand Tour of Switzerland (die auch am Pizol vorbei führt) samt Blick auf den Pizolgipfel. Vom Gletscher allerdings ist nichts mehr zu sehen; er wurde anlässlich einer Gedenkfeier am 22. September 2019 offiziell verabschiedet, nachdem der einst mächtige Eisstrom als erster Schweizer Gletscher aus dem Messnetz des Bundes gestrichen worden war. Trotzdem wurde der Pizol zu einem der 40 schönsten Foto-Spots der Schweiz erkoren.

Selfie mit Gipfeln und (Ex-)Gletscher am Pizol.

Etappe 3 (Ziel):  Bergrestaurant Laufböden

Ein klassisches Bergrestaurant mit ebenso klassischer Karte. Wienerli mit Kartoffelsalat, Gerstensuppe und Hamburger stehen für deftige Kost. Auf der sonnigen Terrasse gibt’s Entspannung total, wenn auch nicht ganz windgeschützt. Die Sesselbahnstation hinunter Richtung Bad Ragaz ist nur wenige Meter entfernt, die Bähnli sind «Hauben-gekürt». Also nix mit kaltem Hintern… 😊

Bergrestaurant Laufböden: Terrasse auch hier.

Licht und Schatten unterwegs

Doch wir treten den Rückweg Richtung Pizolhütte an, auf derselben Route. Und geniessen das Licht- und Schattenspiel der Sonne auf Gipfeln und Schnee. Nochmals eine Dreiviertelstunde wandern, dann ist auch das geschafft. Doch halt: Ich hatte Euch zu Beginn auch etwas «weniger Erfreuliches» versprochen. Das ist die relativ lange Anfahrt mit Gondel- und Sesselbahn aus – ob von Wangs oder Bad Ragaz aus. Denn diese zieht sich hin – nämlich rund 40 Minuten. Von Wangs aus müssen sowohl eine Gondelbahn als auch zwei Sessellifte bestiegen (beide ohne Windschutz) werden, zwischen den einzelnen Stationen heisst es durch den Schnee stapfen. Von der Talstation in Bad Ragaz (Matells) her ist nur einmaliges Umsteigen nötig.
Wer früh am Morgen losgondelt, empfindet denn den Höhen-Trip allenfalls als frostige Sache.

Unsere Empfehlungen: Tipp 1: Gondelt gegen 11 Uhr morgens an, dann steht die Sonne bereits etwas höher! Schluss damit ist im Winter übrigens um circa 15 Uhr; dann verabschiedet sich die Kugel hinter dem Pizol. Tipp 2: Deckt Euch mit warmer Kleidung ein! ODLO etwa bietet bis zum 1. April 2020 Winter(sport)kleidung für Damen und Herren mit bis zu 50 Prozent Reduktion an. Ob Tipp 1 oder 2: Die Erinnerungen an den Pizol Panorama Höhenweg sorgen garantiert für «warme» Gefühle… 😊

Mach mal Pause! Diverse Bänkli stehen am Weg.

Tektonikarena – was ist denn das?

Du willst mehr über die ominöse Tektonikarena erfahren und weisst nicht, was genau das überhaupt ist? Ganz einfach: Hier sind einst die beiden Kontinente Europa und Afrika zusammen gestossen, was zur Bildung «unserer» Alpen führte. Nirgendwo sonst auf der Erde kann man die Entstehung von Bergen und Tälern so direkt und eindrücklich erleben. Gesteinsschichten wurden dabei übereinander geschoben, gefaltet und zerbrochen. Die Spuren dieser gewaltigen Kräfte sind gut sichtbar, bereits bei der Anfahrt vom Walensee her. «Glarner Hauptüberschiebung» nennen sich die monumentalen Vorgänge im Kantonsdreieck Glarus-St. Gallen-Graubünden auch, was diesem Gebiet bereits 2008 die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste bescherte. Und gleich noch ein paar Zahlen: Die Schweizer Tektonikarena Sardona ist eine 32’850 Hektaren grosse Gebirgsformation mit sieben über 3000 Meter hohen Gipfeln. Ein Besuch hier wird denn ganz natürlich zum beeindruckenden Gipfeltreffen.

Teddy B, Januar 2020

Spannende Ziele in der Nähe:

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