Als Ausflugsziel UND als Wanderung top: Der Pfannenstiel im Zürcher Oberland. Hier bekommt man im Winterhalbjahr zudem häufig ein Nebelmeer serviert.

DIE FAKTEN
Höhe: 853 m.ü.M.
Lage: Bergrücken im Kanton Zürich zwischen Meilen und Egg
Wanderroute: Forch – Pfannenstiel – Meilen (ca. 11 km bzw. 3 Std.)
Anforderungen/Kondition: leicht
Tenü-Tipp: Wind- und Wasserdicht!
Anreise: Mit «Frieda» (Forchbahn) ab Zürich-Stadelhofen bis Station «Forch», von dort zu Fuss den Wegweisern «Pfannenstiel» folgen. Parkplätze in Bahnhofsnähe.
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DIE GANZE GESCHICHTE
Nein, ins Schwitzen kommt man auf dieser Wanderung kaum, wohl aber ins Staunen. Denn sie deckt so ziemlich alle Bedürfnisse ab. Jene, die gerne Grosses sehen, freuen sich über den Weitblick zu Säntis und Speer, während «Minimalisten» ob Üetliberg und Albishorn in Verzückung geraten. See-Fans ergötzen sich ob dem Greifensee zur Linken und dem Zürichsee zur Rechten. Wald- und Naturfreaks wandeln und wandern durch diverse Waldabschnitte und entlang einem naturbelassenen (Bach-)Tobel. Und mit etwas Glück sehen gleich alle (vorab im Winterhalbjahr) noch mehr: ein richtiges Nebelmeer!

Der stählerne Koloss stand einst auf dem Bachtel.

Pfannenstiel: Vom Bachtel- zum Pfannenstielturm

Wenn nämlich in der Ebene der Nebel dicht und zäh hängt, setzt sich hier oben auf mehr als 800 Metern Höhe häufig die Sonne durch. Die Wanderung zwischen Forch und Meilen ist von A bis Z einfach machbar, anständig beschildert, und es gibt keine grösseren Steigungen zu bewältigen. Auch ein richtiges «Highlight» hält sie bereit: Den Pfannenstielturm (ex «Bachtelturm»), ein eindrückliches Konstrukt aus Stahl und über 30 Meter hoch. Man erreicht ihn etwa nach 1 ½ Stunden Wanderung; zuoberst auf der Plattform weist ausserdem ein «Alpenzeiger» auf diverse Berge hin.

Aussicht inklusive: Restaurant Hochwacht-Pfannenstiel.

Picknicken, bräteln oder einkehren

In unmittelbarer Umgebung des Turmes sind verschiedene Grill- und Picknickplätze installiert. Wenige Gehminuten weiter steht das Aussichtsrestaurant «Hochwacht-Pfannenstiel» samt grosser Terrasse. Die Preise sind moderat, das Angebot vielseitig, und bei schönem Wetter nutzt Kreti und Bleti den Selbstbedienungstrakt bei der Terrasse.


Auf Du und Du mit Ziegen

Der Rest der Wanderung ist pures Vergnügen, denn es geht ständig abwärts. Durch Waldabschnitte und entlang dem berühmten Meilener Tobel bis hinunter zum Zürichsee. Vorbei an Weiden und Rebhainen, wo schon mal Ziegen an der «Arbeit» sind… 😊

Darfs ein bisschen Wein sein? Ein paar Weinblätter tun’s auch 😊.

Ein Bier am See, bevor ich geh…

Einen Geheimtipp verrate ich Euch zum Schluss: Direkt am Wasser in Obermeilen steht der «Gasthof zum Hirschen am See», ein stattliches, stilvolles Gebäude mit Terrasse. Jedenfalls wirkt der «Hirschen» so elegant und edel, dass man nach drei Stunden Laufen und mit Erd-verkrusteten Schuhen schon mal mit Schwellenängsten kämpft. Sie sind fehl am Platz. Auf der schönen Terrasse werden Wanderer genau so freundlich und herzlich bedient wie Goldküsten-ZürcherInnen. Auch wenn es sich nur um zwei Gläser Bier am späten Sonntagnachmittag handelt. Und was uns noch mehr Eindruck machte: Der Gastgeber wollte uns höchstpersönlich bis zur nächsten Schiffstation fahren. Das nenne ich Gastfreundschaft!

Auf der “Hirschen-“Terrasse am Zürichsee.

Denn statt mit der S-Bahn zurück nach Zürich zu fahren, ist eine Gondelfahrt mit dem Schiff von Meilen aus weitaus romantischer; zwar etwa fünfmal länger – aber auch mindestens fünfmal schöner… 😊

Teddy B, Oktober 2019

Noch mehr Fakten zum Pfannenstiel-Turm:

Nach seiner Errichtung 1893 thronte dieser Aussichtsturm auf dem zürcherischen Bachtel und wurde über 80 Jahre später zum «schutzwürdigen Bauwerk» erklärt. Gerne hätte ihn die PTT (erinnert sich noch jemand an die PTT 😊?) anschliessend als Antennenturm genutzt; doch dazu eignete sich der stählerne Kerl nicht. Deshalb wurde er 1985 abgebaut und eingemottet. Und kam ab 1992 auf dem Pfannenstiel zu neuem Glanz, 2013 sogar zu einer umfassenden Renovation. Der Turm steht übrigens nicht an höchster Stelle wie die meisten Aussichtstürme. Geplant wäre es zwar gewesen – mitten im Wald und auf Meilener Gebiet. Doch damit war der lokale Gemeinderat nicht einverstanden. Deshalb hat man schliesslich eine Stelle etwas weiter unten gefunden – und damit auf dem Gebiet der Gemeinde Egg. Seldwyla lässt grüssen…

Weitere aussichtsreiche Wanderungen im Kanton Zürich:

Albisgrat: Zu Fuss zum Gipfel-Glück
Bachtel: Schön, über dem Nebel zu wandern
Zürichberg: Wandern für Angeber

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