Der Panoramaweg rund um den Ort Langrickenbach unweit von Kreuzlingen bietet freie Sicht auf Bodensee und Säntis und ist für Kreti und Bleti einfach zu gehen.

DIE FAKTEN
Lage: Langrickenbach bei Kreuzlingen (TG)
Höhe: 489 m.ü.M. / 550 m.ü.M.
Länge Rundwanderung: 14 km bzw. 3 ½ bis 4 Std.
Route: Schönenbaumgarten – Weierhof – Belzstadel – Bruster – Neuhof – Langrickenbach – Herrenhof – Zuben – Schönenbaumgarten (oder umgekehrt)
Auf/Abstiege: 90 m/90 m
Anforderungen/Kondition: leicht bis mittel
Besonderes: Ausgezeichnet beschildert
Verpflegungsmöglichkeiten: Käserei mit Fondueautomat unterwegs
Anreise: Mit ÖV (Bahn/Postauto) via St. Margrethen bzw. via Kreuzlingen nach Schönenbaumgarten, Langrickenbach; mit dem Auto via A7 bis Ausfahrt 6-Kreuzlingen Süd nach Schönenbaumgarten (Selsmühle); einzelne Parkplätze am westlichen Ortsrand/ Trafostation
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DIE GANZE GESCHICHTE
Am schönsten ist er im Frühling. Genaugenommen ab ungefähr Mitte April. Wenn die Obstbäume auf den Feldern – und etwas später der Raps – in Blüte stehen und die Gegend in ein einziges Farbenmeer tauchen. Dann darf man den Panoramaweg Langrickenbach sicherlich zu den Top Ten im Thurgau zählen.
Auch zuvor und danach lohnt sich eine Rundwanderung in dieser Gegend. Obschon sie keine typisch touristischen «Highlights» wie Museen, Themenwege oder Naturparks unterwegs bietet. Abgesehen vom Blick auf den Säntis (erste Wanderhälfte) und Aussicht auf den Bodensee (zweite Hälfte). Für einmal passt der Begriff «Feld-, Wald- und Wiesenwanderung» deshalb gut – ohne despektierlich zu sein. Fünf Fakten sprechen für den Panoramaweg Langrickenbach:

1.  Panoramaweg: Natur, Natur, Natur!

Nix mit breiten Strassen und Ausflugsrestaurants mit Riesen-Terrassen und XL-Spielplätzen! Wanderer passieren vielmehr verschwiegene Weiher und Weiler, einzelne Pferdegestüte und Bauernhöfe. Dörfer mit prächtigen Riegelhäusern und üppigen Gärten – und immer wieder Wälder bzw. Waldränder. Vereinfacht gesagt: Natur, Natur, Natur.

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Der Stichbach nährt einzelne Weiher.
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Langrickenbach, Namensgeber.

2. Säntis und Bodensee

Auf der ersten Hälfte der 3 ½ bis 4-stündigen Tour schält sich bei schönem Wetter am Horizont der Säntis aus dem Blau. Von den Vorarlberger Alpen im Osten über das Alpsteinmassiv bis hin zu den Berner Alpen im Westen sind dann viele Berge zu sehen. Anschliessend lässt man die Alpen im Rücken; dann dominiert der Bodensee. An klaren Tagen reicht die Sicht weit über den Obersee bis zum Bregenzer Wald.

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Verschlafene Dörfer am Weg.
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Am Horizont grüsst der Säntis.

3. Eggethof: Käse vom Feinsten

Die vermutlich älteste Siedlung in der Gemeinde Langrickenbach ist Eggethof im Ortsteil Dünnershaus. Eggethof schrieb einst auch anderweitig «Geschichte». Hier stürzte 1944 ein amerikanischer Bomber ab, hier steht ausserdem eine der ältesten Käsereien weit und breit. Ein stattlicher Backsteinbau, auf dessen Fassade unübersehbar die Jahreszahl 1897 prangt. Vor dem Haus thront ein «Fondueautomat». Dieser rückt gegen Bezahlung gute Käsespezialitäten (ausprobiert 🙂 ) heraus, darunter Appenzeller, Nusskäse sowie Fondue- und Raclette-Mischungen. Perfekt für ein Picknick, zumal hin und wieder Sitzbänke und Grillstellen einladen.

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Eggethof: Alles Käse oder was?

4. Obstbäume noch und noch

Die Weiler unterwegs tragen urchige Namen wie Weierhof, Belzstadel und Bruster, und alle wirken wohltuend ab von der Welt. Spannendes verheissen die Felder: Tausende von Obstbäumen stehen hier stramm. Ab Mitte April vermutlich ein einziges Farbenspektakel! Wer sicher gehen möchte, dass er/sie eine «Bluescht-Wanderung» antreten kann, macht sich telefonisch bei «Madame Bluescht» schlau; so heisst die Info-Dame von Thurgau Tourismus, die genau weiss, welche Bäume wo und wann blühen.

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Noch lassen sich die Knospen Zeit.

5. Verlaufen unmöglich: Perfekt ausgeschildert

Der Panoramaweg Langrickenbach ist auch ein Weg der Schilder: An jedem Strasseneck weist eine Tafel «Panoramaweg Langrickenbach» die Richtung. Verlaufen unmöglich! Für einmal darf man gar Wanderkarten getrost zuhause lassen. Oder sich spontan für eine Wanderung entscheiden. Der Weg – kinderwagengerecht – verläuft meistens auf Feldwegen, Forst- oder schmalen Nebenstrassen. Und ist nicht weit entfernt vom «Altnauer Apfelweg», Klassiker unter den Thurgauer Blütenwanderungen.

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Rundwanderung: Da geht’s durch.

Teddy B’s Fazit: Der Panoramaweg Langrickenbach eignet sich für alle, die gerne geradeaus wandern und steile An- und Abstiege vermeiden möchten. Ansprüche stellt er höchstens an die Geduld. Mit 3 ½ Stunden muss man mindestens rechnen; Foto- und Picknickhalte nicht miteingeschlossen.

Teddy B, März 2021



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Fronalpstock: Mit der Kuh auf Du und Du
Weesen – Betlis: Heilige Vielfalt
Pizol Panorama Höhenweg: Gipfeltreffen
Hörnli: Gipfel-Konferenz
Etzel: Bahn-frei zu Gipfel
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Teddy B – auch präsent auf Facebook und Instagram sowie Twitter.

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