Meersicht in der Schweiz? Zum Beispiel von der Mörlialp oberhalb von Giswil aus. Das familiäre Skigebiet liegt in den Wintermonaten häufig über dem Nebelmeer.

DIE FAKTEN:
Höhe: 1353 m.ü.M.
Lage: Zentralschweiz, oberhalb von Giswil
Tenü-Tipp: Zwiebelschalen-Prinzip
Buchtipp: Katastrophen-Sepp – die Obwaldner Fotografen-Dynastie Reinhard
Webcam
Anreise: Mit ÖV via Luzern – Giswil bzw. vom Brünigpass her via Giswil erreichbar; ebenso mit dem Auto. Parkplätze bei der Talstation der Liftanlagen
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DIE GANZE GESCHICHTE:
Eines sei gleich gesagt: Ein richtig «tolles» Wandergebiet sieht – zumindest im Herbst – anders aus; einmal abgesehen vom bekannten Bergmandlipfad, der 14 Kilometer lang auf alten Pfaden um den Giswilerstock führt. Womit wir beim Thema wären: Dem Giswilerstock. Denn dieser markante Zweitausender dominiert die Region – und vor allem die Mörlialp.

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Giswilerstock: Schattenwurf.
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Talstation Mörlialp.

Mörlialp: Im Spätherbst verwaist

In den Wintermonaten zeigt sich die Sonne an der Talstation und damit dem «Hauptort» kaum. Denn über oder neben dem Ort thront dieser Giswilerstock. Er «stibitzt» der Mörliallp Licht und Sonne. Wer von der Mörlialp zum nahen Merli- oder Mörlisee spazieren möchte – eine Sache von knapp 10 Minuten -, wandert im Schatten, da der Weg talwärts führt. Die klassische Rundwanderung «Mörli-Wald» umfasst etwas mehr als zwei Kilometer. Ist im Sommer aber bestimmt eine (ent)spannende Sache.

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Liftanlagen: Im November verwaist.
teddy-b.ch - Mörlialp 05
Familiäres Skigebiet – ab Dezember.

Hoch über dem Nebelmeer

Vorab im November, bevor die Skisaison beginnt, wirkt die Mörlialp geradezu verwaist. So wie viele andere kleinere Skigebiete in der Schweiz. Dann sind sowohl das Bergrestaurant als auch das hiesige Gasthaus sowie die Gruppenunterkünfte geschlossen, die Bahnen ohnehin. Zumal der Schnee auf sich warten lässt. Doch wer Ruhe mag, wird sich gerade dann auf der Mörlialp wohlfühlen. Denn der Ort döst häufig über der Nebelgrenze und gibt prächtige Ausblicke auf die Zentralschweizer Bergwelt frei. Von der Talstation aus führen einige ältere Ski- und Sessellifte bis auf 1840 Meter Höhe. Und weisen den Weg ans Licht. In höheren Lagen darf man doch mit mehreren Stunden Sonne pro Tag rechnen.

Über den Glaubenbielenpass

Seine Wanderpfade ans Licht «macht» man sich somit selbst. Entweder, man wandert der Panoramastrasse entlang himmelwärts. Denn von der Mörlialp aus führt der Glaubenbielenpass hinüber ins Entlebuch und nach Sörenberg. Im Winter, wenn Schnee liegt, ist die Panoramastrasse ab der Mörlialp ohnehin gesperrt.

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Aussicht von der Mörlialp: Gipfel und mehr.
teddy-b.ch - Stanserhorn und Rigi
Geradezu mystisch: Nebelmeer über dem Sarnersee.

Aussicht bis zur Rigi

Eine andere Möglichkeit: Man stapft kreuz und quer über die Alpweiden und sucht sich (s)ein Plätzchen an der Sonne – wenn auch ohne «Bänkli» und Picknickplätze unterwegs. Je höher man steigt, desto prächtiger die Aussicht: Dort, wo üblicherweise der Sarnersee schimmert, hängt häufig tief und schwer ein Nebelmeer; das Sarneraatal liegt einem zu Füssen, und am Horizont grüssen einzelne höhere Gipfel wie die Rigi und das Stanserhorn.

teddy-b.ch - Mörlialp - Raclette openair
Einfach gut: Racletteoplausch openair.

Openair-Raclette – Schweiz pur

Mein Tipp: Nimm Dein Picknick im Rucksack mit. Und bereite Dir ein feines Openair-Raclette zu! Im Handel erhältlich sind Raclette-Öfeli, die sich – statt mit Strom – mit Teekerzen erhitzen lassen. Ich schwöre: Selten mundet Käse besser als unter freiem Himmel. Allein mit sich und der Welt. Für eine Weile durchaus angenehm…

Teddy B, November 2020



Weitere Wanderziele über dem Nebel:

Michaelskreuz, Rotkreuz: Grosses Kino
Hörnli: Gipfel-Konferenz
Menzberg: Singende Strandkörbe
Bachtel: Schön, über dem Nebel zu wandern
Albishorn: Zu Fuss zum Gipfel-Glück
Pfannenstiel: Klassiker mit Aussicht
Etzel: Bahn-frei zum Gipfel
Atzmännig: Winter für Anfänger

Teddy B – auch präsent auf FacebookInstagram und mit Videokanal!

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