Von der Knospe bis zum Kirsch ist der Fricktaler Chriesiwäg eine süffige Sache. Und längst nicht nur zur Kirschenblüte eine einfache, schöne Wanderung für jedermann.

DIE FAKTEN
Höhe: 368 m.ü.M.
Lage: Region Fricktal im Tafeljura (AG)
Länge (Rundwanderung ab/bis Gipf-Oberfrick): Kurzroute 5 km bzw. 2 Std. (Kinderwagen-tauglich), Zusatzroute 9 km bzw. 3 ½ – 4 Std.
Anforderungen/Kondition: leicht
Top 😊: Perfekt beschildert – gut gestaltete Infotafeln am Weg, schön «verpacktes» WC am Weg, Grillstellen und Picknickplatz
Leider nein : Keine Einkehrmöglichkeiten unterwegs
Anreise: mit der Bahn bis Frick und weiter mit dem Postauto nach Gipf-Oberfrick (Haltestelle «Gipf-Oberfrick/Brücke», mit dem Auto via A3 nach Frick und weiter nach Gipf-Oberfrick. Parkplätze hinter  dem «Volg» oder beim Gemeindehaus.
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DIE GANZE GESCHICHTE
Gewiss, im Frühling zur Zeit der Kirschenblüte ist der Fricktaler Chriesiwäg besonders schön. Wenn die liebliche, hügelige Landschaft rund um das schmucke Aargauer Dorf Gipf-Oberfrick wie ein einziges Kirschenblütenmeer ganz in Weiss aussieht. Doch auch später lohnt sich eine Wanderung in diesem Teil des Fricktals.

Fricktaler Chriesi: Bitte schön locker!

Denn sie sind das ganze Jahr über omnipräsent, die Langstieler, die Schauenburger, Hedelfinger, Roten Lauber und andere Chriesi-Arten, welche im Fricktal gedeihen. Seit jeher fühlen sich Kirschen in den kalkhaltigen, durchlässigen und lockeren Böden des Jura wohl. Noch gibt es hier zuhauf traditionelle, naturnah bewirtschaftete Hochstammbäume. Und damit Bäume, welche unzähligen Pflanzen und Tieren Raum und Leben bieten – so etwa dem Gartenrotschwanz, diversen Schmetterlingen und Zauneidechsen. Sie alle haben wir gesehen 😊 !

Chriesi auf Schritt und Tritt

Seit 2007 können sich Wanderer auf Schritt und Tritt mit Kirschen vertraut machen. Damals wurde in diesem Teil des «Juraparks Aargau» der Fricktaler Chriesiwäg eröffnet und 2017 um eine Zusatzroute erweitert. Alle paar hundert Meter informiert eine Tafel mit einem Grüppchen lachender Chriesi drauf über den langen Weg der Kirsche – von der Knospe bis hin zum Kirsch 😊. Während der Saison darf sogar direkt von den – markierten! – Bäumen stibitzt werden. Spätestens dann dürfte niemand mehr den «fehlenden» Blüten des Frühlings nachtrauern.

Einfache Wanderung mit Biss

Die Wanderung ist einfach, der Weg perfekt markiert – besser als auf unserer Chriesi-Wanderung im Baselland. Gestartet wird im Zentrum beim Gemeindehaus bzw. vis-à-vis beim «Volg-Geschäft». Langsam, aber stetig führt die Strecke aufwärts, zunächst vorbei an Einfamilienhäusern, dann an einzelnen Bauernhöfen und Bienenhäuschen. Ausser Atem kommt hier keiner. Überall Obstbäume, auch Nuss- und Quitten-, Apfel- und Birnbäume. Nach etwa einer Stunde gemütlichem Wandern ist ein Picknickplatz erreicht – samt WC-«Hüsli», das diesen Ausdruck verdient. Und einem prächtigen Blick über Gipf und weite Teile des Fricktals.

Tiersteinberg: Bikers best

Jetzt kann man links abbiegen und entspannt zurück ins Dorf spazieren – oder die Zusatzroute in Angriff nehmen. Was sich echt lohnt. Zum einen geht’s nochmals ein Stück bergan Richtung Tiersteinberg, der auf fast 750 Metern Höhe eine Top-Aussicht über den Aargauer Plateaujura bietet. Hier trifft man immer wieder Biker auf der gleichnamigen Route (955). Zum andern ist ein Teil des Tiersteinbergs bewaldet, was für willkommene Abkühlung sorgt. Ausserdem führt diese Zusatzroute vorbei an der Ruine Alt Tierstein und zurück nach Gipf-Oberfrick.

Das Beste zum Schluss

Noch nicht genug von Kirschen? Gipf-Oberfrick hat sich auf «sein» Produkt eingestellt. In der Metzgerei gibt’s es Chriesiwürste zu kaufen, und gleich zwei Brennereien bieten Schnäpse an. Während der Saison sind ausserdem – natürlich – auch die knackigen Früchtchen bei den lokalen Produzenten erhältlich.

Infos

Teddy B, April 2019

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