Wenn Bären schlafen, «erwachen» die Winterwanderer …. Die Gegend von Arosa ist ein Top-Spot für aussichtsreiche Touren.

DIE FAKTEN
Höhe: 1892 m.ü.M. (Prätschli) bzw. 1951 m.ü.M. (Restaurant Alpenblick)
Lage: Über den Hängen von Arosa im Alpental Schanfigg (GR)
Wanderung/Länge: Ca. 3-Stunden Tour von Arosa-Maran via Mittelstation Weisshornbahn bis zum Bergrestaurant «Alpenblick» (unterhalb Hörnli) und weiter nach Innerarosa
…: Breite, gut präparierte Winterwanderwege, keine grossen Steigungen
☹: Häufig gilt es Skipisten zu queren, also aufgepasst!
Besonderes: Bis Maran/ab Innerarosa verkehren Gratis-Ortsbusse
Anforderungen/Kondition: leicht bis mittel
Anreise: Mit den SBB bis Chur und weiter mit der RhB nach Arosa (Obersee), mit dem Auto durchgehend bis Arosa (Parkhäuser im Zentrum).
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DIE GANZE GESCHICHTE
Dass Arosa unter Wintersportlern beliebt und als Familiendestination populär ist, weiss man. Dass auch das Angebot an Winterwanderwegen buchstäblich «aussichtsreich» ist – das Gebiet wirbt mit 60 Kilometern präparierter und markierter Winterwanderwege -, war uns nicht bewusst. Umso schöner die Überraschung.
Doch der Reihe nach! Vier Wünsche soll unsere Wanderung erfüllen:

  • Einen Panoramablick offerieren
  • Breite Winterwanderwege bereithalten
  • Möglichkeiten zur Einkehr bieten
  • Für Chind und Chegel und Hunde machbar sein 🙂

Los geht’s auf dem Prätschli oberhalb Maran, einem Ortsteil von Arosa, der nördlich etwas oberhalb des Obersees liegt. Auf einem Hochplateau zwischen Weisshorn, Prätsch(alp) und Litzirüti. Von Arosa her erreicht man das Prätschli mit dem Gratis-Ortsbus in knapp 15 Minuten. Bereits in Maran ist die Aussicht auf gefühlte drei Dutzend weiss gepuderte Gipfel fantastisch. Und weil der Bus an schönen Tagen auf dem Prätschli unzählige Menschen samt Chind, Chegel und Hunden ausspuckt, «teilt» man sich die ersten paar hundert Meter mit vielen Winterwander- und Schlittelfans.

Arosa punktet auch mit breiten Winterwanderwegen.

Arosa: Hinauf zum Hörnli und Weisshorn

Nach einer Viertelstunde gemächlichen Wanderns legt sich der Spuk jedoch, zumal jeder sein eigenes Tempo geht. Die einen Winter- und Schneeschuhwanderer ziehen dann weiter Richtung Prätschalp (Prätschalp-Schneeschuhtrail), die andern biegen wie wir links ab. Teilen muss man sich ab sofort nur noch die Aussicht hinauf zum Hörnli (2512 m.ü.M.), zum Weisshorn (2653 m.ü.M.) und hinüber zu diversen Pisten samt Bahnen. Hier werden Wintermärchen-Motive erlebbar: Verschneite Tannenbäume, einzelne Spuren im Tiefschnee zur Linken und dieses Traum-Trio aus Sonne, Himmelblau und Schneeweiss. Also tief durchatmen und gemächlich weiterwandern!

Napa & Co. sind in Arosa trotz Winterruhe präsent.

Napa & Friends schlafen

Erste Einkehr-Möglichkeit bietet die Mittelstation der Weisshorn-Bahn nach rund einer Stunde. Mit der «Brüggästuba» und «Sternabar» im Freien. Im «Bärenland» gleich unterhalb leben im Sommerhalbjahr Braunbär Napa und seine Freunde, im Winter ruhen sie in ihren Kammern und sind «nur» via Webcam und Internet zu beobachten. Die grossflächigen Sujets auf der Kabine der Gondelbahn, die zwischen Arosa und dem Weisshorn verkehrt und Skifahrer und Snowboarder himmelwärts führt, sorgen aber dafür, dass Arosas bärenstarke Mitbewohner nicht vergessen gehen ….

Älplermagronen im Alpenblick: Soso, lala…

Alpenblick und Älplermagronen

Von der Mittelstation aus könnte man links abbiegen Richtung Bergkirchli oberhalb von Innerarosa – auch das eine Wanderung mit Top-Ausblick. Aber wir wollen noch höher hinauf, nämlich eine knappe Wanderstunde gemächlich weiter bergan. Und queren immer mal wieder eine der breiten Pisten – was nicht ganz «ohne» ist. Dann ist der «Alpenblick» erreicht, unser Tagesziel und wenige Meter abseits der Gondelbahnen des «Hörnli-Express». Die Terrasse des Bergrestaurants auf mittlerweile 1951 Metern über Meer ist einladend und schön, allerdings Wind-exponiert. Deshalb nichts wie rein ins Beizli, wo Holz und urchiges Alpen-Ambiente vorherrschen. Ganz günstig ist der Beizen-Chic nicht. Und die «Vegetarischen Älpler Makkaroni Alpeblick mit huusgmachtem Öpfelmuäs und Böleschweizi» liegen etwas gar lieblos arrangiert auf dem Teller, noch dazu ohne Kartoffeln. Ausserdem würden sie bezüglich Portionengrösse einen Bärenhunger kaum stillen. Die «Pumpi- und Pouletspiesse» mit Rind- oder Pouletfleisch allerdings sollen gut munden, wie Tischnachbarn versichern. Und Begleiterin «Moira», ein prächtiger Weimaraner, wird freundlich akzeptiert und liebevoll begrüsst.

Winterwandern macht “Hunde-müde”…

Zurück mit der Kutsche?

Zurück ins Tal geht’s wieder zu Fuss, obschon man das ganz romantisch in einer Pferdekutsche erleben könnte. Also noch einmal das Panorama geniessen, auch den Blick auf das liebliche Bergkirchli. Dann erst heisst es «unten» in Innerarosa entweder in einen der Gratis-Ortsbusse steigen und ins Zentrum von Arosa kurven. Oder auch die letzte halbe Stunde bis ganz hinunter zum Obersee auf eigenen Beinen stehen und gehen.


Teddy B’s Tipps zum Schluss:

1. Frühzeitiges Aufbrechen (ca. 10.30 Uhr) lohnt sich. Denn im tiefen Winter verabschiedet sich die Sonne über den Gipfeln gegen 16 Uhr, dann wird es rasch kühl.
2. Sennerei Maran in Maran mit einer grossen Auswahl an Käse, Joghurt und Fonduemischungen. Die Wanderung lässt sich auch in umgekehrter Richtung machen, so dass Käse & Co. gekühlt zuhause ankommen.

Teddy B, Januar 2020

Teddy B unterwegs in Graubünden:

Bär Napa, Arosa: Jetzt rede ich!
Prätschalp, Arosa: Der Himmel kann warten
Muottas Muragl: Schlittelspass à discrétion
Breil/Brigels: Bun di, Surselva!
Diavolezza: Auf Teufel komm raus
Sertigtal: Einheimische made im Wallis
Laaxersee: Der eiskalte Verführer

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2 Kommentare

  1. Arosa ist immer eine Reise wert – die 356 Kurven sind schnell vergessen in der frischen Bergluft

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