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Kennst Du die Gamserugg, Chäserugg, Hinterugg, den Schibenstoll, Zuestoll, Brisi, Frümsel und Selun? Vermutlich nicht. Aber bestimmt kennst Du die Churfirsten (SG), jene markanten Toggenburger Gipfel vis-à-vis der idyllischen Alp Gamplüt.

DIE FAKTEN
Höhe: 1354 m.ü.M.
Lage: Oberhalb Wildhaus im Toggenburg (SG)
Start/Endpunkt: Alp Gamplüt – Wildhaus
Länge: 2 km bzw. 1 Std.
Anforderungen/Kondition: leicht
Anreise: Mit ÖV (Bahn/Bus) via St. Gallen, Zürich, Winterthur oder Bodenseeraum nach Wildhaus (Haltestelle Lisighaus), anschliessend zu Fuss (5 Min.) zur Talstation; mit dem Auto direkt zur Talstation (Parkplätze vorhanden).
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DIE GANZE GESCHICHTE
Die Churfirsten sind weitherum zu sehen – als stolzer Trupp. Und Wahrzeichen des Toggenburgs. Einzeln können sie wohl nur die Einheimischen richtig aufzählen. Wenn überhaupt. Denn inoffiziell gibt’s noch ein paar weitere Gipfel, die zu den Churfirsten gezählt werden.

Mit einer Solar-Seilbahn dem Himmel entgegen

Die Churfirsten sind aber gar nicht der Grund für meinen Ausflug ins Toggenburg: Ich will ab an die Sonne – mit einer Solar-Seilbahn. Vermutlich einer der ersten weltweit 🙂 . Oberhalb von Wildhaus zuhinterst im Tal gibt’s so ein Bähnchen – sogar gleich zwei hintereinander.  Äusserlich sehen die kleinen, roten Schmuckstücke aus wie normale Gondeli, aber sie haben es an oder vielmehr auf sich: Sonnenkollektoren, welche die Wärme in Energie umwandeln und Lichthungrige wie mich auf die Alp Gamplüt befördern.


Schöne Bescherung auf der Alp

Wenige Minuten später ist die Bergstation erreicht. Das Bergrestaurant heisst gleich wie die Alp, und natürlich will ich mich auf der grossen Terrasse umsehen. Und ahne bald, warum man hier von der «Sonnenseite des Toggenburg» spricht. Auf 1350 Metern ist man dem blauen Himmel ein ganzes Stück näher; vis-à-vis grüssen die Churfirsten, im Rücken thront der Schafberg, und überall bimmelt es. Schöne Bescherung: Lauter Kühe und Rinder mit Hörnern (!) und Schellen fressen sich durch die würzige Alpenflora. Es duftet nach Heimat. Und nach Mädesüss, diesen krautigen Pflanzen mit ihren weissen Blütenstauden.

Ein Barfuss-Kneippweg im Bann der Churfirsten

Eigentlich wollte ich von hier aus in aller Ruhe zu Tale spazieren. Doch dann entdecke ich den Barfuss-Kneippweg. Er führt in einer Stunde Wanderzeit ins 2 Kilometer entfernte Wildhaus. Also ausprobieren und losmarschieren! Die Stationen unterwegs tragen Namen wie «Die Erde», «Der Baum und die sieben Berge» – und «Riechen». Bei letzterer riecht es so verführerisch nach allen möglichen Kräutern, dass ich nach ausgiebigem Schnuppern an viel Lavendel hungrig werde und zurück zum Berghaus pilgere.

Schlorzifladen – kulinarischer Allrounder im Toggenburg

Dort duftet es auf meinem Tisch bald nach Birnen, Zimt, Muskat, Rahm und weiteren Gewürzen. Dieser Duft «gehört» zum Toggenburger Schlorzifladen, einem flachen Kuchen mit einem Belag aus gekochten Birnen und süssem Rahmguss. Im Toggenburg kann niemand dieser kulinarischen Verführung widerstehen – auch ich nicht. Minuten später stimmt Bergbeizer Peter Koller ein Alphorn-Ständchen an, der nahe Schafberg schickt das Echo zurück – das Älplerglück ist perfekt.

Mit einem Trotti zu Tale knattern

Und jetzt – mit der Sonne und ihrer Energie wieder zu Tale gondeln? Nein! Ich habe an der Bergstation «Trottis» entdeckt. Ein solches Trotti soll mich hinunter nach Wildhaus bringen. «Immer schön den Helm aufgesetzt halten und nicht schneller als 15 Stundenkilometer fahren», gibt mir Gabriela, die Schlorzifladen-Überbringerin, ihre Tipps mit auf den Weg. Allerdings habe ich keine Ahnung, wie schnell oder langsam sich 15 Stundenkilometer anfühlen. Ausserdem muss ich immer wieder anhalten, meine Churfirsten-Freunde bestaunen, Kälbchen und Rinder am Weg besuchen und mich zwischendurch wohlig im Heu wälzen. So, wie ich das zuweilen auch gern in (Hoch-)Mooren tue – wie etwa auf der Toggenburger Wolzenalp.
Häufig werde ich denn von anderen Trotti-Fahrerinnen und Fahrern überholt. Egal. Genuss statt Gschtürm ist meine Devise. Kurz vor der Talstation gibt’s die letzte Rast: Eine weitere Kneipp-Station. Also die müden Arme vom braven Bremsen ins Armbad gesteckt, die Füsse beim Wassertreten erfrischt – und ich bin voll fit für die nächsten Abenteuer.

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6 Kommentare

  1. Ich liebe das Toggenburg, war aber noch nie auf dieser Alp. Ist der Fussmarsch hinunter schwierig oder auch für ältere Leute machbar?

    • Liebe Therese, der Fussmarsch ist einfach zu bewältigen, der Weg gut, und es geht allmählich und nicht steil bergab. Und vor allem: Du kannst immer wieder das prächtige Churfirsten-Panorama bestaunen, da läuft es sich wie von selbst… 🙂 !

  2. Lieber Teddy B, es ist einfach bewundernswert, wie du uns die schöne Schweiz vor Augen führst. Ich werde von dir immer wieder angeregt neue und bekannte Orte zu besuchen. Das Toggenburg ist für mich als Rheintalerin schon fast Heimat und der Schafberg zeigt sich von seiner schönsten Seite, wenn ich von der Voralp,Grabserberg über den Oelberg nach Wildhaus wandere.

  3. Lieber Teddy B, im Winter kannst du mit den Ski’s von Wildhaus aus über den Galfer zur Gamperfin Hütte ( mit Pause Zwetgschen Lutz) bis hinunter nach Grabs fahren… sofern genügend ❄️❄️❄️❄️ …der nächste Winter kommt bestimmt⛷🏂

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