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Himmelfahrtskommando im Muotatal: Von Schwyz aus führt die steilste Standseilbahn der Welt hinauf auf den Stoos. Weiter geht’s mit der Sesselbahn auf den knapp 2000 Meter hohen Fronalpstock.

DIE FAKTEN:
Stoosbahn: Steilste Standseilbahn der Welt
Steigung: 110 % = 47 Grad
Distanz Talstation – Bergstation: 1740 Meter bzw. 744 Höhenmeter
Start: Talstation Schwyz-Schlattli
Sesselbahn Stoos-Fronalpstock: Vom Stoos zum Fronalpstock auf 1922 m.ü.M.
Anreise: Mit dem Zug nach Schwyz und weiter mit dem Bus bis Schwyz-Schlattli zur Talstation der Stoosbahn; mit dem Auto via Schwyz direkt zur Talstation (grosser Parkplatz).
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DIE GANZE GESCHICHTE
Alle reden von der einen. Dabei sind sie erst im Doppelpack unübertrefflich – und ein lustvolles Duo aus «Hölle und Himmel»: Die Stoosbahn, steilste Standseilbahn der Welt und fast archaisch im Fels verankert, und die beiden flockig-lockigen Sesselbahnen Stoos-Fronalpstock. Spannender kann der Weg bergan nicht sein.

«Mister Schweiz der Berge»

Es gibt diese berühmten Gipfel in der Zentralschweiz. Solche wie die Rigi (1798 Meter), den grossen Mythen (1898 Meter) und den Promi-Berg Bürgenstock, mit 1128 Metern Höhe geradezu «mickrig» klein. Im Vergleich zum einen, zu «meinem», nämlich meinem ganz persönlichen «Mister Schweiz der Berge»: dem Fronalpstock. Dieser thront 1922 Meter über der Welt, über Gipfel und Seen. Gleich zehn davon soll man bei gutem Wetter sehen, ich werde zumindest sechs davon schaffen – vom Alpnacher- bis zum Zugersee. Aber ich gestehe: Ich will den Fronalpstock nicht seiner Seen wegen besuchen. Nein, ich möchte mit der steilsten Standseilbahn der Welt himmelwärts ziehen. Seit Dezember 2017 übertrumpft diese selbst die berühmte Gelmerbahn im Berner Oberland – mit einer Steigung von 110 Prozent. Worunter ich mir, ehrlich gestanden, nicht viel vorstellen kann. Klingt ganz so, als würde man vornüber kippen…

Neue Stoosbahn: Gondeli-Clan ganz in Gelb

Deshalb auf nach Schwyz und ein paar Kilometer weiter Richtung Muotatal! Dort, an der Hauptstrasse in Schwyz-Schlattli, steht die Talstation. Meiner Betty wird schon beim Hinaufschauen schwindlig. Vier leuchtend gelbe Gondeli, eng aneinandergeschmiegt, schrauben sich steil den Berg hinauf und verschwinden kurz danach im Fels. Fünf bis sieben Minuten soll die Fahrt zum Bergdorf Stoos dauern. Wenn das nur gut geht!
Es geht. Und gut sogar! Denn vor lauter Schauen und Staunen verläuft unsere «Reise» wie im Flug; kaum haben die Gondeli die Talstation verlassen, zeigen sich zur Linken der Grosse und Kleine Mythen, werden immer grösser und erhabener. Und plötzlich wird es dunkel: Wir tauchen in den Felsen ein – erstmals. Bettys Ängste, ihr könnte übel werden, sind allerdings unbegründet: Die Gondeli bleiben Meter für Meter waagrecht – dank «automatischem Niveauausgleich der Kabinen», wie uns ein Gondeli-Nachbar fachmännisch erklärt. Dafür kriege ich allein vom Hinunterschauen fast eine Nackenstarre – der steilen Strecke wegen. Für Staunen sorgt auch anderes: Die drei weiteren Gondeli thronen während der Fahrt plötzlich über uns – aber immer noch waagrecht. Wird wohl ebenfalls am «Niveauausgleich» liegen 😊.

Stoos-Muotatal: Ein Superlativ jagt den andern

Mit jedem Meter, den wir bergwärts fahren, offenbart das Muotatal eine weitere Facette; hier das Bergdorf Illgau – eine prächtige Sonnenterrasse -, weiter rechts Teile der Silberen, Mitteleuropas grösstem Karstgebiet samt Bödmeren, dem einzigem Urwald der Schweiz. Und dem märchenhaften Pragelpass. Da wollen wir auch mal hin, ebenso auf die Glattalp ganz zuhinterst, kälteste Alp der Schweiz. Irgendwo in der Gegend sollen sogar Huskies leben. Haben die vom Stoos hier eigentlich die Superlative gepachtet?

Bergdorf Stoos: Ausgangspunkt für Höhenflüge

Heute jedenfalls bleiben wir beim Bahnen-Superlativ. Denn erst die Hälfte davon ist nach einigen Minuten Fahrzeit geschafft. Vom Bergdorf Stoos aus auf 1300 Metern Höhe wollen wir anschliessend auf direktem Weg zum lieben Gott gondeln: mit den beiden Sesselbahnen Stoos-Fronalpstock, die über satte Weiden hinauf auf über 1900 Meter führen. Unter uns nichts als Kühe und friedliches Glockengebimmel, rund um uns herum Dutzende (!) von Berggipfeln. Und in der Luft dieser unwiderstehliche Duft von Gras und Alpenkräutern – paradiesisch!

Fronalpstock: Welches ist der Schönste im ganzen Land?

Ist sowas noch zu toppen? Ja doch: Die «Krönung» folgt auf 1922 Metern Höhe. Denn mein «Mister Schweiz der Berge» bietet alles, was einen Top-Berg ausmacht: Ein phänomenales 360-Grad-Panorama samt Aussicht auf den türkis schimmerndem Urnersee und das Rütli gegenüber; Wanderrouten, die von der Halbstunden-Rundwanderung bis zur aussichtsreichen Höhentour führen – beispielsweise vom benachbarten Klingenstock bis zum Fronalpstock oder umgekehrt. Ja, sogar einen phantasievoll toll gestalteten Kinderspielplatz, der selbst Erwachsene zum Mitmachen animiert. Meine Betty will natürlich alles ausprobieren – und fällt prompt auf die (Bären-)Schnauze. Vielleicht sollten wir uns demnächst ein paar Wellnesstage gönnen? Entsprechende Einrichtungen gibt’s auf und zu Füssen des Fronalpstocks.

Auf Du und Du mit der Kuh

Was wird uns, Teddy und Betty B, von diesem Ausflug in Erinnerung bleiben? Die Begegnung mit den dösenden Kühen in luftiger Höhe, von denen sich eine sogar von meiner Betty besteigen liess? Die deftige Innerschwyzer Chässchnitte und Speck-Röschti, von einem gut gelaunten Kellner auf der Terrasse des Gipfelrestaurants Fronalpstock serviert, oder das erfrischende Fussbad im idyllischen Stoos-Seeli auf halbem Weg zurück in den Alltag?

Ein 110 Prozent-Spektakel der Extraklasse

Es sind 1001 kleine Details, die sich am Stoos zu einem grossen Ganzen formen. Doch das ultimative Highlight steht auf der Talfahrt nach Schwyz bevor. Erst abwärts offenbart sich nämlich die Strecke in ihrer gewaltigen Dimension – und wird zum «Bibber-Trip». Jesses Gott, ist daaaaas steil! Die Löcher im Fels scheinen nur auf uns und unsere Gondeli zu warten, bevor sie alles im Dunkel verschlingen. Dann und wann lässt ein heller Schein erahnen, dass die Welt doch noch nicht zu Ende ist. Und dass es weiter und weiter abwärts geht, steiler und steiler. Ganz so, als würde man vornüberkippen. Die steilste Standseilbahn der Welt wird ihrem Ruf also gerecht – zu 110 Prozent 😊!

Teddy B, August 2018

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6 Kommentare

  1. Das muss ein Erlebnis sein mit der neuen Stoos Bahn zu fahren – erlebnisreich und abenteuerhaft. Bei nächster Gelegenheit probiere ich sie aus.

  2. Ich war als Kind oft in dieser wunderbaren Gegend. Möchte wieder mal dort hin. Jetzt kommt ja genau die richtige Zeit!

  3. Mega cool! Ich wusste nicht mal, dass nach der Standseilbahn noch was kommt – dachte echt, auf dem Stoos sei Schluss! Kann hoffentlich jetzt meine Schwiegereltern davon überzeugen, dass sich das Kribbeln doch lohnt, wenn oben dann die Belohnung kommt. Phantastisches Panorama!

  4. Wer noch nie auf dem Fronalpstock war, sollte dies sofort auf die Liste setzen. Die Aussicht ist ganz einfach der Hammer. Auch die Höhenwanderung vom Fronalpstock zum Klingenstock oder umgekehrt ist sehr zu empfehlen und auch nicht so anstrengend.

  5. Wau, cool gemachtes Video. Teddy B‘s Mama weiss halt einfach, wie man gute Geschichen erzählt. Und dies erst noch aus meiner alten Heimat. Danke!

  6. eine wirklich spannende geschichte, die uns da der teddy b erzählt. von a bis z sehr gut und mit empathie gemach.
    ich freu mich auf die weiteren teddy b erlebnissen auf dem stoos.

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