Wenn es am Dreikönigstag auf einem der schönsten Dorfplätze der Schweiz jeweils klingt, als ob 1000 Peitschen knallen, ist das Priis Chlepfä in vollem Gange. Im traditionsreichen Schwyz geht dann die Post ab.

DIE FAKTEN
Priis Chlepfä: Alljährlicher Wettbewerb im Peitschenknallen seit 1967
Wo: Hauptplatz Schwyz (SZ)
Nächste Austragung: 6. Januar 2020
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DIE GANZE GESCHICHTE
Nicht ganz so laut wie die Fallas im spanischen Valencia, aber ähnlich stimmungsvoll. Es ist von «Chrützlistreich» und «Geisslechlepfer» die Rede, im grossen Festzelt sitzen die Einheimischen bei lüpfiger Ländlermusik zusammen, und als Auswärtiger kommt man sich zwangläufig wie ein Exot vor.

Chrützlistreich, Chlepfer und Ländlermusik

Vielleicht ganz gut so. Denn das Priis Chlepfä in Schwyz ist eine urige Sache. Und eng verbunden mit der Tradition dieser Gegend. Seit 1967 messen sich auf dem Hauptplatz wackere ganz junge, junge und ältere Männer im Peitschenknallen – jedes Jahr ein gutes Hundert. Bereits der Begriff «Peitsche» verrät den Auswärtigen und Nichtwissenden. Das sind vielmehr Geissle; so nennt man die ehemaligen Bauernpeitschen, die früher in jedem Stall hingen. Und die ein richtiger Mann und Bauer einfach beherrschen musste.


Erinnerungen an vergangene Zeiten

Durch die Mechanisierung der Landwirtschaft im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurde dieses wichtige Arbeitsmittel zunehmend durch den Gashebel ersetzt und die Kunst des Chrützlistreichs kaum mehr an die nächste Generation weitergegeben. Das ist eine Art Kreuz, das der Chlepfer formt. Dabei gilt es, die Geissle mit einer Hand so über den Kopf zu bewegen, als ob er eine Acht ziehen würde, den «Chrützlistreich» eben. Entscheidend für den Erfolg ist nicht nur der Klang, sondern auch die Fertigkeit und die Haltung des Chlepfers. Sind die Bewegungen am Anfang langsam und fast träge, steigert sich das Tempo zunehmend. Harmonisch soll er sein, der «richtige» Knall, und das scheint nicht ganz einfach zu sein. Das Priis Chlepfä in Schwyz ist denn eine richtige Schweizermeisterschaft und wird seit 1967 jedes Jahr ausgetragen.

Auch Kleine sind «verknallt» ins Priis Chlepfä

Mich hat fasziniert, wie routiniert selbst jüngste Teilnehmer mit dieser Geissle umgehen. Ebenso faszinierend: Dieser rhythmische Klang, der durch Mark, Bein und Seele geht. Und ehrliche Bewunderung schafft für solche Traditionen. Und den Ernst, mit dem sie ausgeübt werden. Auch wenn man kaum je zum Geheimnis vordringt, dieses Spektakel irgendwie irritiert betrachtet. Und als Zuschauer letztlich ein Exot bleibt…

Teddy B, Januar 2017

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1 Kommentar

  1. Wau, super schönes Video aus meiner alten Heimat. Als ob man selber dabei gewesen wäre. Es fehlen nur die feinen “Chrapfen” vom Café Haug, die man dazu geniessen könnte.

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