Napoli (I): Casanova im Duell mit Pavarotti

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Von wegen Neapel sehen und sterben…. – wäre ja noch schöner! Die Millionenstadt am Vesuv ist ein faszinierendes Sammelsurium unzähliger «Alltags-Helden». Am Sonntagnachmittag haben sie alle ihren Auftritt 🙂 .

DIE FAKTEN
Lage: Am Golf von Neapel am Tyrrhenischen Meer (Mittelmehr)
Einwohner: ca. 984’000
Anreise: Mit dem Zug oder Flugzeug direkt nach Napoli
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DIE GANZE GESCHICHTE
Neapel liebe ich wie keine zweite Stadt in Italien. Ausserdem klingt dessen italienischer Name so viel schöner als die deutsche Variante! In «Naaaapoli» steckt die ganze südländische Lebensfreude, aber auch die Theatralik und Tragik dieser unvergleichlichen Stadt. Die Arbeitslosigkeit ist bedeutend, die Camorra – für Touristen allerdings kaum spürbar – gegenwärtig. Und die Kontraste zwischen Arm und Reich sind  auch heute noch gross. Viel, viel grösser als etwa in der Toscana.

Napoli: Broccoli am Vomero

Die wohlhabenden Neapolitaner residieren am Vomero, diesem Edel-Viertel mit Panoramaaussicht auf Vesuv und den Golf. Als kleine Rache für diese Privilegien werden sie von den «Normalos» in den einfacheren Quartieren abschätzig «Broccoli» genannt, zartes Gemüse. Apropos Reichtum: An Geschichte und Kultur ist Napoli überreich, an prunkvollen Gebäuden und herrschaftlichen Piazze ebenso. Und Galerien und Museen gibt es in fast verwirrender Vielfalt.


Überlebenskünstler der besonderen Art

Aber das ist es alles nicht, was mich an dieser Stadt so fasziniert. Es sind die Menschen und ihre Fähigkeit, aus jedem Tag – irgendwie – das Beste zu machen. Mit tausend Gesten und Worten und Betörungen. Am Markt unweit des Hauptbahnhofes wird jeden Morgen gefeilscht um die saftigsten Tomaten, die hier dank der fruchtbaren Lavaerde so aromatisch sein sollen wie nirgendwo sonst. Um den frischesten Fisch. Und um die zartesten Friarelli, dieses junge Gemüse, das anderswo als Cima di Rapa bekannt ist. Auch die Phantasie der Neapolitaner ist legendär. Mit Schmunzeln erinnere ich mich an die Geschichte jener zwei Studenten, die «über Nacht» T-Shirts mit Sicherheitsgurten fabrizierten; kaum, dass das Gesetz vom Gurten-Obligatorium in Kraft trat. Lang, lang ist’s her. Im Strassenverkehr nehmen es die Einheimischen aber auch heute noch nicht sehr ernst mit Gesetzen und Regeln. Diese scheinen dazu da, umfahren zu werden – je schneller, desto besser.

Am Sonntag wird Napoli zur einzigen Bühne

Ich könnte tausend Geschichten erzählen über «mein» Napoli, und keine würde dieser Stadt wirklich gerecht. Viel spannender und aufregender ist es, selber einzutauchen in dieses faszinierende Potpurri aus Stimmen, Farben, Gerüchen. Einsteigern empfehle ich einen Sonntagnachmittag ohne Programm. Lasst Euch treiben! Beginnt im Centro Storico, der historischen Altstadt, und spaziert gemächlich der Einkaufsmeile Via Toledo entlang bis zu Königspalast an der prunkvollen Piazza del Plebiscito. Von dort ist es ein Katzensprung hinunter ans Meer, und ich schwöre: Hier wird Napoli zur einzigen Bühne.


Eine Pizza bei Sorbillo, ein Bett bei Ciro

Und wohin gehen auf eine Pizza? Da gibt es für mich nur Antonio Sorbillo an der Via dei Tribunali 38 in der Altstadt. Ein schlichtes, gutes, ehrliches Lokal. Von seinem verstorbenen Vater Patrizio hat Antonio das Handwerk gelernt, und eine bessere als seine «Margherita» gibt es nicht. Und schlafen? Auch da mag ich es einfach, ehrlich und richtig neapolitanisch und steige ausschliesslich im Hotel Pignatelli (Via San Gioavanni Maggiore Pignatelli Nr.) ab, keine 10 Gehminuten von Sorbillo entfernt. Der «Palazzo» stammt aus dem 16. Jahrhundert, einzelne Zimmer haben noch prunkvoll verzierten Deckenbalken. Im Übrigen ist das Hotel «Pignatelli» ein einfaches Haus ohne Sterne, aber mit grosser Gastfreundschaft; die beiden Patrons Ciro und Diego tun alles, damit man Napoli von Herzen lieben muss!
Ich sag’s ja immer: Napoli…. That’s amore!

Teddy B, Januar 2018

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1 Kommentar

  1. Wie schön, dieses Napoli. Besonders, wenn man gerade eben die schönen Bücher von Elena Ferrante gelesen hat. Ich möchte die Koffer packen.

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