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Im Hochtal von La Brévine im Neuenburger Jura windet es ständig. Schuld daran ist ein «Kaltluftsee». Von dem allerdings ist nichts zu sehen. Vielmehr sanfte Landschaften von intensivem Grün, durchsetzt mit Weiden, Wiesen und Wäldern.

DIE FAKTEN
Höhe: 1000 m.ü.M.
Lage: Neuenburger Jura
Besonderes: Kälteste Gegend der Schweiz
Anreise: Mit Bahn/Bus oder Auto via Neuenburg nach La Brévine
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DIE GANZE GESCHICHTE
Der erste Eindruck: Es windet. Ständig und überall. Na ja, schliesslich bin ich in La Brévine, dem «Sibirien der Schweiz». Da, wo es im Winter bis zu minus 30 Grad kalt wird. Oder noch kälter, wenn man den Aufzeichnungen von Meteo Schweiz glauben darf. Diese offizielle Messtation hat im Winter 1987 eine Temperaratur von minus 41.8 Grad gemessen. So kalt wird es nicht mal in meinem Gefrierfach!

Kälter als in jedem Gefrierfach

Aber jetzt ist Sommer, Hochsommer sogar, und ich stehe im weiten Hochtal von La Brévine im Neuenburger Jura. Einem Tal von 20 Kilometern Länge und einen Kilometer breit. Scheinbar sanft, immens grün und mit weiten Weiden, Wiesen und Wäldern durchsetzt. Hier soll sich im Winter ein eigentlicher Kaltluftsee bilden, weil das Vallée de la Brévine  von seiner Umgebung abgeschlossen ist. Und das Klima rau und feucht.

Der Wind, der Wind, das teuflische Kind

Mich fröstelt selbst im August; war es «unten» am Doubs bei Les Brenets morgens noch mild und sonnig, weht hier – nur 18 Kilometer weiter – ein ständiger Wind. Es ist mindestens 4 Grad kühler. Das gilt auch für La Brévine selbst, dieses Bauerndorf auf über 1000 Metern Höhe, 25 Kilometer westlich von Neuenburg. Hier leben etwa 650 Menschen. Das Gemeindewappen ziert ein weisser Brunnen auf blauem Grund; doch ein überdimensioniertes Thermometer wäre wohl passender. Kühler war’s ja kaum auf dem Dreitausender Igl Compass – oder dem Glacier 3000 im Waadtland 🙂 …

Eine sibirische Metzgerei

Viel gibt es nicht zu sehen. Eine Kirche, ein paar Beizen, zwei Hotels, ein Antiquitätengeschäft, eine Bäckerei und eine Metzgerei im Dorfzentrum, die sich sinnigerweise «La Boucherie de la Sibérie» nennt. Allerorts flattert Wäsche im Wind. Vor dem «Hôtel-de-Ville» sitzt ein Grüppchen Einheimischer bei einem Glas Weisswein plaudernd zusammen, hinter der Kirche fotografieren sich Touristen vor der Wetterstation gegenseitig. Ich gestehe – bei aller Faszination: Selten war ich so froh um meinen dicken, roten Rollkragenpullover… !

Teddy B, August 2017

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1 Kommentar

  1. Krass! Landschaft sieht so friedlich aus. Irgendwie kann man sich gar nicht vorstellen,dass es hier mega kalt wird.

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