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Bär «Napa» aus dem Arosa Bärenland gewährte Teddy B nach 100 Tagen «im Amt» ein erstes Exklusiv-Interview – von Bär zu Bär. Spannend und berührend zugleich! Gleichzeitig verriet er seinem tierischen Freund spannende Ausflugsmöglichkeiten.

DIE FAKTEN
Höhe (Arosa GR): 1775 m.ü.M.
«Napa»: Männlicher Braunbär, 2006 in Serbien geboren
Beruf: Zirkusbär im Ruhestand
Gewicht: ca. 350 kg
Anreise: Mit dem Auto oder SBB und RhB via Chur nach Arosa. Weiter mit der Arosa Weisshornbahn zur Mittelstation bzw. zum Arosa Bärenland.
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DIE GANZE GESCHICHTE
Wie fühlt es sich an, als ehemaliger Zirkusbär im Berg-Paradies gelandet zu sein, sich sein Futter aber selbst suchen zu müssen? Und wo «residiert» ein Bär während der Winterruhe? Fragen über Fragen…

Vom Mini-Käfig in die grosse Freiheit: Wie war’s?

Bär «Napa»: Ich war so überwältigt, dass ich mich anfangs gar nicht traute, überhaupt hinaus zu gehen. Alles neu, alles anders, so viele Eindrücke! An meine neuen Freiheiten musste ich mich deshalb ganz langsam gewöhnen. Aber ich mochte die Aussicht hier, wurde herzlich empfangen; da fällt einem das Bären-Leben schon mal leichter.

Was war neu und ungewohnt?

Napa: Futter suchen! Ich wusste echt nicht, wie ein Bär das macht nach meinen langen Jahren im Käfig. Ausserdem war ich es nicht gewohnt, mich im steilen Gelände zu bewegen; wie setzt man Tatzen, wenn es hinauf und hinunter geht? Da hatte ich zu Beginn ehrlich Mühe und auch «Schiss».

Was isst Du den ganzen Tag?

Napa: Ich futtere täglich etwa 20 Kilogramm saisonale Früchte und Gemüse, etwa ein Kilo Brot und zwei Kilo Fleisch; meistens sind das Schlachtabfälle von Gemsen und Hirsch. Stell Dir vor: Drei Personen sind im Bärenland Arosa allein für meine Verpflegung zuständig, Bären-stark! Mein Futter allerdings muss ich mir auf dem Gelände zusammensuchen, bin also dauernd auf Trab. Und natürlich liebe ich Honig, wie alle Bären. Aber weisst Du, Teddy B, welches meine wahre Leibspeise ist? Ausgerechnet Tomaten… – vielleicht bin ich ein verzauberter Latino? 😊

Stören Dich die vielen Besucher?

Napa: Überhaupt nicht! Schliesslich kenne ich das noch aus meinen Zirkus-Zeiten. Auf Zurufe und bellende Hunde reagiere ich nicht. Meistens haben diese mehr Schiss vor mir als ich vor ihnen. Auch als letzthin ein Helikopter neben meinem Gelände gelandet ist, habe ich demonstrativ gedöst. Aber natürlich kriege ich die einen und anderen Gespräche mit. Was mich ohnehin am meisten interessiert, ist die Futtersuche. Allerdings esse ich kaum Heidelbeeren, so wie Du anscheinend im Val Bedretto (TI). Hin und wieder gönne ich mir auch ein Bad  oder spiele mit grossen Holzstücken; dann flippen die Menschen auf der Besucherplattform jeweils fast aus.

Wie spürst Du, wann es Zeit für die Winterruhe ist?

Napa: Leider konnte ich die letzten 12 Jahre als Zirkusbär nie Winterruhe halten und bin deshalb selbst gespannt, wie und ob ich dieses innere Programm abrufen kann. Man hat mir in Arosa aber davon erzählt. Wenn die Nahrung knapp wird, soll es Zeit sein, sich zurückzuziehen. Darum futtere ich im Herbst nochmals kräftig. Wird mein Aufwand für die Futtersuche zu gross, stellt sich mein Körper auf die Nahrungsknappheit ein und signalisiert mir: «Leg Dich hin, Napa, und ruhe Dich ein paar Monate aus!»

Wie und wo wirst Du in Arosa ruhen?

Napa: In einem 5-Sterne-Hotel! In meinem Stall steht eine warm gepolsterte Holzkiste: Trocken,  mit Nistmaterial ausgestattet und vor Durchzug geschützt. Eine echte Luxus-Herberge für einen Bären. Aber da kommt mir keiner rein!

Haben Dir Deine Besucher Geschichten erzählt?

Napa: Sicher! Viele schwärmen von den tollen Wanderungen, welche man auch nach dem offiziellen Sommer-Saison-Schluss unternehmen kann. «Novemberhoch» nennen sie das hier. Wenn über dem Flachland Nebel liegt, soll in Arosa das Novemberhoch mit wunderbaren Stimmungen draussen in den Bergen beginnen. Auch einige Bergbahnen führen dann am Wochenende ihren Betrieb weiter. Eigentlich schade, sollte ich einiges davon bereits verschlafen. Falls nicht, werde ich die Besucher selbstverständlich an den November-Wochenenden weiterhin in meinem (Bären-)Land empfangen.

Verrätst Du mir einige Bärenstarke Arosa-Tipps?

Napa: Natürlich. Kurz und schön etwa ist die halbstündige Wanderung von der Mittelstation der Arosa-Weisshorn Bahn aus hinüber zum romantischen Bergkirchli in Innerarosa. Besucher haben erzählt, dass dies die älteste Kirche in Arosa ist. Etwas länger dauert die Wanderung von der Alp Prätschli über das Bärenland via Tschuggen nach Innerarosa. Und Biker habe ich schwärmen hören vom neuen Flowtrail «Hörnli-Trail». Dieser startet auf dem 2500 Meter hohen Hörnli und führt über fast 7 Kilometer und über 100 Kurven hinunter nach Arosa – ein Hammer! Und bestimmt noch cooler als der Trotti-Plausch im Toggenburg, mit dem Du, Teddy B, geblufft hast. Schade, kann ich nicht biken.

Worauf freust Du Dich im nächsten Frühling?

Napa:  Alles neu macht der Mai! Ich freue mich auf frisches Gras, die wärmende Sonne und den Duft des Frühlings. Aber nicht nur das: Hoffentlich kann Vier Pfoten weitere Bären retten und hier im Bärenland für noch mehr Leben sorgen! Die können dann ebenfalls endlich richtig «Bär» sein. So wie Du und ich, Teddy B und Napa.

Infos

Teddy B, Oktober 2018

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3 Kommentare

  1. ENDLICH wieder mal eine wunderschöne Geschichte mit einem Happyend als Ausgangslage! Möchten Napa baldmöglichst mit eigenen Augen sehen und Hörnli – Trail klingt für uns ebenso spannend wie Hörnli und Ghackets. Bis bald, Napa.

  2. Das Gespräch mit Bär Napa finde ich eindrücklich und sehr gut.
    Es freut mich für Napa, dass er sich in Arosa wohlfühlt, ich werde ihn sicher besuchen.
    Vielen Dank, für Deinen fantasievoller Bericht.

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