Das Dorf mit dem schwarzen Stierkopf im Wappen wirkt alles andere als «stier» oder störrisch. Dafür sorgt schon seine Panorama-Lage auf 1600 Metern im Unterengadin. Wandern kann man rund um Ftan – natürlich – auch.

DIE FAKTEN
Höhe: 1648 m.ü.M.
Lage: Unterengadin GR (Gemeinde Scuol)
Anreise: Mit der Bahn nach Scuol und weiter mit dem Postauto, mit dem Auto direkt nach Ftan.
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DIE GANZE GESCHICHTE
Wenn ich den Ortsnamen ausspreche, habe ich immer die Befürchtung, jemanden anzuspucken. «F…tan» geht mir nicht leicht von der Zunge. Dabei ist das Dorf mit dem schwarzen Stierenkopf im Wappen, bestrahlt von zwei leuchtend roten Sternen, ein lohnenswertes Ziel. Und dass die Einwohner von Ftan besonders starrköpfig wären, wie das ihr rhätoromanischer Übername «ils muois» (= die Ochsen) vermuten lässt, kann ich nicht bestätigen.

Sterne in und über Ftan

Ich mag Ftan vor allem aufgrund seiner tollen Lage. Das Dorf thront nicht weit von Scuol entfernt, auf über 1600 Metern Höhe, im Unterengadin. Berühmt ist hier eine Privatschule, auch ein paradiesisches Fast-Fünf-Sterne-Hotel gibt es. Und für 3-Sterne-Fans wie mich auch einfachere, kleine Hotels wie das Engiadina Ftan mitten im Dorf. Von dort aus lässt sich prima in den Nachthimmel träumen – bei gutem Wetter ein wahres Sternenmeer.

Alp Prui und die Engadiner Dolomiten

Keine 5 Minuten entfernt führt eine Sesselbahn hinauf auf die Alp Prui auf knapp 2000 Metern Höhe. Dort wartet ein gemütliches Bergrestaurant samt grosser Terrasse, sodass man sich einfach Zeit nehmen muss, um das echt phänomenale Alpenpanorama zu bestaunen. In unmittelbarer Umgebung der Bergstation vermitteln zahlreiche Schneekanonen bereits einen Vorgeschmack auf den Winter. Ich habe gar nicht erst damit begonnen, die Bergspitzen des Unterengadins zu zählen, es sind zu viele! Schliesslich liegt diese (Ferien-)Region eingebettet zwischen den Silvretta-Gipfeln und den «Engadiner Dolomiten». Und sie ist sonnenverwöhnt. Davon profitiert auch die Alpenflora: Im Sommer duftet und blüht es auf Schritt und Tritt.

Wandern ohne Schrittzähler

Natürlich gäbe es 1001 Möglichkeiten, weiter bergan zu streben. So, wie ich das bereits anderswo in Graubünden gemacht und den Igl Compass «bezwungen» habe. Oder wie meine Betty, die 6 1/2 Stunden unter ihre kurzen Bärenfüsse genommen und die Höhenwanderung von der Schynige Platte bis zum First im Berner Oberland gemacht hat – eine ziemlich anstrengende Top-Tour. Doch hin und wieder kann Faulenzen das Höchste sein – vor allem bei solchen Aussichten. Ausserdem bietet der Wanderweg zurück ins Dorf beste Gipfel-Gesellschaft und ist leicht zu bewältigen. Etwas mehr als eine Stunde dauert der Tripp. Ohne Stress, Strapazen und Schrittzähler. Auch das ist Wandern.

Teddy B, August 2016

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