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Wohin, wenn einem alles zuviel und der Alltag erdrückend wird? Ein Ziel wirkt wahre Wunder: Der Etang de Gruère (JU), wenige Kilometer von Saignelégier entfernt, ist ein Moorsee mit Mystik und Geheimnis – ideal zum Abtauchen und Auftanken.

DIE FAKTEN
Höhe: 998 m.ü.M.
Lage: Hochplateau der Schweizer Freiberge im Jura, ausserhalb Saignelégier
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DIE GANZE GESCHICHTE
Kennst Du das auch? Diese Sehnsucht nach Stille, nach Alleinsein weitab von Alltag und Hektik? Wenn dieses Gefühl über mich kommt, gibt’s für mich nur den einen. Einen kleinen. Einen See wie keinen.
Étang de la Gruère heisst das Gewässser. Etwa 200 Meter lang, mindestens 40 Meter breit und höchstens 4.5 Meter tief. An sich nichts Besonderes. Aber der Étang de Gruère ist ein Moorsee. Und das Hochmoor, auf dem er sich ausbreitet, liegt auf dem porösen Kalkuntergrund der jurassischen Freiberge. Auf halbem Weg zwischen Saignlégier und Tramelan im Berner Jura. Umgeben von Fichten, Bergföhren, Moor- und Zwergbirken. Ein geheimnisvolles, schwarz schimmerndes Juwel inmitten von Grün. Wer hier an einem frühen Morgen zu einem einsamen Spaziergang aufbricht, verschmilzt geradezu mit der Natur. So etwas Moor-iges habe ich bisher erst auf der Toggenburger Wolzenalp gesehen.

Ein Moorsee und Hunderte von Pflanzen und Tieren

Am Étang de la Gruère leben über 500 Pflanzen- und Tierarten. Darunter allein 32 verschiedene Moose, 35 Pilze und 17 Seggen – krautige Sauergrasgewächse, die so gelassen im Wind schaukeln. Dass ich bei meinem letzten Besuch keiner der über 100 verschiedenen Spinnenarten im Gebiet des Moorsees begegnet bin, kann ich verschmerzen. Dafür floh eine erschreckte Singdrossel beim meinem Anblick – oder war’s bloss eine Amsel? Und durch die kühle Morgenluft gaukelten Schmetterlinge und Libellen.

Ein Juwel in den jurassischen Freibergen

Doch wo genau liegt meine Faszination für den Étang de la Gruère? Vermutlich in der schlichten Selbstverständlichkeit seines Daseins. Keine riesigen Schautafeln weisen den Weg, keine Bars oder Restaurants versperren die Aussicht. Zwar gibt’s in der Nähe ein Naturzentrum, das im Sommerhalbjahr geführte Besichtigungen durch das Moorgebiet anbietet. Aber alles diskret und ohne grosses Aufsehen. So, wie es die Natur hier verdient – zumal der Étang de la Gruère seit über 50 Jahren unter Naturschutz steht. Baden dürfen hier übrigens nur die Einheimischen; so es denn jemand kontrolliert… 🙂

Kleine Sensationen am Weg

Und so wandelt man denn mit sich und der Natur dem einfachen Lehrpfad rund um den See entlang. Über weiche Matten und kleine hölzerne Brücken. Bestaunt die Vielfalt an Torfmoosen und die Rosmarinheide mit ihren kleinen weissen und rosa Blüten. Wer im Spätsommer durch das Moor wandelt, stibitzt vermutlich auch die eine oder andere Heidelbeere. Träumt mit den Stockenten ins blubbernde Schwarz des Wassers hinaus, lauscht dem Glockengebimmel entfernter Kuhherden – und ist einfach glücklich.

Es sind vermutlich genau diese kleinen Sensationen am Weg, die entspannen. Nicht suchen, sondern finden. Nicht denken, sondern träumen. Einfach den Moment leben. Dankbar und ganz im Hier und Jetzt sein.

Teddy B, Juli 2018

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1 Kommentar

  1. Nein, lieber Toni, da das Gelände nicht fix umrissen oder eingezäunt ist, hat man freien und Gratis-Zugang 🙂 .

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