Die Menhire von Clendy bei Yverdon-les-Bains gelten als wichtigste neolithische Fundstätte der Schweiz. Sie stehen auf einer Waldlichtung am Neuenburgersees.

DIE FAKTEN
Lage: Am Neuenburgersee bei Yverdon-les-Bains
Höhe: 435 m.ü.M.
Besonderes: Wichtigste neolithische Fundstätte der Schweiz
Buchtipps: Die Menhire: Das Geheimnis um die kultisch-religiösen Steinmale –  Magische Steinkreise
Anreise: Mit ÖV via Yverdon-les-Bains bis Station «Yverdon-les-Bains, Clendy», anschliessend zu Fuss in 5 Minuten zu den Statuen. Mit dem Auto bis Parkplatz «Parking de la Plage d’Yverdon», anschliessend in 12 Min. zu Fuss bis zur Fundstelle
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DIE GANZE GESCHICHTE
Sie wirken fast zu schön, um real zu sein: Die 45 (Statuen-)Menhire am Ufer des Neuenburgersees, wenig ausserhalb des Stadtzentrums von Yverdon-les-Bains. Doch haben sie mehr als 6000 Jahre auf ihrem steinernen Buckel. Ausserdem sind die «Menhire von Clendy» nicht einfach Steine oder Felsbrocken. Die grossen und kleinen Fund-Stücke haben teils menschliche Gestalten bzw. Züge. Und stellen – vielleicht – Götter, Helden oder schlicht Vorfahren jener Menschen dar, die hier einst gelebt haben. Sie wurden also nicht nur aufgestellt, sondern (leicht) künstlerisch bearbeitet. Von den Bewohnern der Uferdörfer am Neuenburgersee, welche die teils tonnenschweren Gesteine einst auf einen gemeinsamen Platz geschleppt hatten.

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Stramm stehen auf einer Waldlichtung.

Menhire von Clendy: Entdeckt vor 140 Jahren

Entdeckt wurden diese steinzeitlichen Kunst-Stücke – die «Menhire von Clendy» – vor etwas mehr als 140 Jahren. Als 1878 im Zeichen der Juragewässer-Korrektur der Seespiegel abgesenkt wurde und Stein um Stein zum Vorschein kam. 1986 schliesslich stellte man diese Zeitzeugen erneut auf und aus. Wenn auch «nur» die grossen. Die kleineren Exemplare ruhen im Museum von Yverdon und Region, während am Open Air-Standort Kopien zu besichtigen sind. Auf dass niemand ein Original «mitgehen» lässt. Und sich stattdessen den «wohltuenden Wellen» aussetzt, die von diesem (Kraft-)Ort ausgehen sollen.


Gesellschaftlicher Versammlungsort?

Die Fundstelle ist beeindruckend. Einige Menhire sind über vier Meter hoch und mehr als fünf Tonnen schwer. Auf einer Waldlichtung verteilt, sehen sie aus wie perfekt «arrangiert». Doch dürften die zwei 50 Meter langen Steinreihen und vier Steingruppen, die einen Halbkreis bilden, einst nach strengen Regeln aufgestellt worden sein. Fachleute vermuten darin einen gesellschaftlichen oder religiösen Versammlungsort. Und bezeichnen die «Menhire von Clendy» als bedeutendste neolithische Fundstätte der Schweiz. Mehr noch: Es werden gar Vergleiche gezogen mit Carnac, jenem weltberühmten Ort in der Bretagne (F), wo mehr als 3000 Menhire zu Steinkreisen gruppiert sind.

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Achtung, Gruppen! Frühes Aufstehen lohnt sich.

Menhire von Clendy: Im Naturschutzgebiet

So weit brauchen Menhir-Fans nicht zu reisen. Die hiesigen «Menhire von Clendy» erreicht man vom Strand von Yverdon-les-Bains aus auf bequem dem Seeufer entlang durch das Naturschutzgebiet Grande Cariçaie.

Teddy B, Juli 2021

Teddy B Ausflugs- und Wandervorschläge in der Romandie:

L’Etivaz: Street Parade
Rossinière: Scherenschnitte mit «Bling-Bling»
Mont Pelerin: Vevey à discrétion
Rüeblihorn: Röstigraben für Einsteiger
Lac de Joux: Ende der Welt
Pont Turrian: Alter Hänger
Pendelsprung, L’Etivaz: Schluchten-Schaukeln
Trou à l’Ours, Vallon de Nant: Bärenstark wandern
Chapelle Balthus, Rossinière: Nackte Wahrheiten
Rossinière: Das XL-Chalet
Glacier 3000: Gletscher-Trekker
Peak Walk: Romantik für Fortgeschrittene
Ballonmuseum: Mehr als heisse Luft

Teddy B – auch auf Facebook, Instagram und Youtube.

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