Das Naturschutzgebiet La Pierreuse im waadtländischen Pays-d’Enhaut fasziniert mit gigantischen Kalksteinwänden und reicher Flora und Fauna.

DIE FAKTEN
Lage: Pays-d’Enhaut, südlich von Château-d’Oex
Höhe: 942 m.ü.M. (Les Granges-Gerignoz) bzw. 1714 m.ü.M. (La Pierreuse)
Ausgangs-/Endpunkt der Wanderung: Les Granges-Gerignoz (Start) bzw. Château-d’Oex (Ziel)
Länge: 14 km bzw. 5 Std.
Anforderungen/Kondition: mittel
Restaurants unterwegs: –
Wanderkarte: 1:25’000, Blatt 1265 Les Mosses
Besonderes: Mit 34 km2 Fläche grösstes Naturschutzgebiet der Westschweiz
Anreise: Mit ÖV via Bern – Zweisimmen oder Fribourg – Bulle nach Les Granges-Gerignoz. Anschliessend zu Fuss (ca. 1 Std.) zum Naturschutzgebiet. Dito mit dem Auto (Parkplätze in Gerignoz)
Anreise planen (bis Les Granges-Gerignoz)

DIE GANZE GESCHICHTE
Vier wichtige Fakten gilt es im Voraus zu wissen:
1. Es geht fast ständig bergauf.
2. Unterwegs gibt es keine Restaurants.
3. Keine Parkplätze am Tor zum Naturschutzgebiet.
4. Hunde sind im Schutzgebiet nicht erlaubt.

Solltest Du Dir über diese Fakten im Klaren sein, gibt es nur eine Empfehlung: Auf ins Naturschutzgebiet La Pierreuse, eine einzigartige und kaum über-wanderte Gegend!

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La Pierreuse: Typische Voralpenlandschaft.

La Pierreuse: Typische Voralpenlandschaft

La Pierreuse ist Teil des Regionalen Naturparks Gruyère Pays-d’Enhaut. Und zieht sich rund um das Gummfluhmassiv am linken Saaneufer. Auch die «Käse-Gegend» L’Etivaz gehört dazu. Eine Voralpenlandschaft, in der sich Täler, abschüssige Geröllhalden, Alpwiesen, Flachmoore, Nadel- und Laubwald abwechseln.

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Immer schön bergwärts wandern…
teddy-b.ch - Gummifluh VD
…die steilen Kalksteinfelsen vor Augen.

Ganz schön steinig

Das buchstäblich Überragende der «Steinigen» (so heisst «La Pierreuse» auf Deutsch) sind jedoch deren hohe Kalksteinwände. Diese haben wie das benachbarte Rüeblihorn zum Begriff «Gstaader Dolomiten» beigetragen. Zumal die gigantischen Felsen wenige Kilometer von Gstaad entfernt himmelwärts streben.

teddy-b.ch - Marianne Moratti
Weiss alles: Wanderleiterin Marianne Moratti.
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Eine reiche Alpenflora fasziniert…
teddy-b.ch - Alpenrosen
… und immer wieder Alpenrosen!

Gstaader Dolomiten am Röstigraben

Aber Du willst nicht das «Rüebli» erklimmen. Sondern «La Pierreuse» erobern. Und zumindest in die Nähe der Steilwände kommen. Das Eintrittsportal zum Naturschutzgebiet befindet sich auf etwa 1100 Metern Höhe bei der Wegkreuzung «Route de la Pierreuse – La Cergnaule – Le Tabousset». Dort thront eine Infotafel. Die Wanderung führt durch waldige Abschnitte, vorbei an einzelnen Alpbetrieben und einer Schutzhütte. Auch über Weiden und satte Voralpenflora. Alpen-Akelei, Alpenrosen und seltene Orchideenarten sorgen für Farbtupfer.

La Pierreuse: Alpwirtschaft ja, aber…

Immer vor Augen: Die steil aufragenden Kalkfelsen und -gipfel, vorab Gummfluh (2458 m), Brecaca (2320 m) und Le Biolet (2293 m) – eigentliche «Stein-Heilige». Darunter: Stein, Geröll und wildes Wald- und Grasland. Zwar wird auch im Naturschutzgebiet La Pierreuse Alpwirtschaft betrieben. Aber nach strengen Regeln. Auf den unteren Alpen weiden Kühe, um das Gras vor Verbuschung zu bewahren. Die höheren Lagen gehören Wildtieren wie Gämsen, Steinböcken und Vögeln. Mit etwas Glück sichten Wanderer Gämsen. Oder hören ein aufgeschrecktes Birkhuhn davon flattern. Dass die Natur das Sagen hat, realisiert man beispielsweise an umgestürzten oder durch Lawinen entwurzelte Bäumen. Und an den Kalkfelsen sind noch Spuren der Eiszeit und andauernder Erosion zu sehen.

teddy-b.ch - Wanderskizze La Pierreuse
Naturschutzgebiet: Rundwanderung empfohlen.

Teddy B’s Empfehlung: Eine Rundwanderung!

1.
Beschränke Dich auf eine Rundwanderung ab/bis Les Laissalets (gemäss Skizze). Dabei führt die Strecke bis kurz vor die Steilwände.

2.
Führe eine detaillierte Wanderkarte mit oder buche eine Wanderführerin (*)! Denn entlang der Strecke gibt es keine Info- oder Einkehrmöglichkeiten.

3.
Gestalte Deinen Besuch als Tageswanderung! Die reine Wanderzeit beträgt zwar «nur» rund fünf Stunden. Doch es lohnt sich, genügend Zeit zum Staunen und Rasten einzuberechnen.

4.
Auf dem Weg nach Château-d’Oex wartet ein weiteres Schmuckstück. Diesmal aus Holz: Die Pont Turrian, älteste Hängebrücke der Westschweiz. Sie überspannt kurz vor dem Ziel die Saane.

(*) Teddy B Empfehlung: Wanderleiterin Marianne Moratti kennt die Gegend in- und auswendig. Sie spricht fliessend Deutsch und Französisch.

Weitere Infos zum Pays-d’Enhaut

Teddy B, August 2021

Übernachten

Hotels – von Teddy B persönlich geprüft und für gut befunden:

Rougemont: Hôtel de Commune (***)
Liebenswertes Hotel im Chaletstil im Zentrum von Rougemont; schlichte, schöne Zimmer mit Holz-getäferten Decken und Massivholzmöbeln. Gute, traditionelle Schweizer Küche.

Château-d’Oex: Maison d’Hôtes/Ermitage
Besitzerin Sophie Labarraque ist eine charmante Gastgeberin und beweist viel Flair für Kunst und lokales Kunsthandwerk in ihrem Haus (diverse handgemachte Dekorelemente). Stylishe Zimmer ohne Schnickschnack.



Teddy B Ausflugs- und Wandertipps im Pays-d’Enhaut:

Rossinière: Scherenschnitte mit «Bling-Bling»
Rossinière: Das XL-Chalet
Pendelsprung, L’Etivaz: Schluchten-Schaukeln
Chapelle Balthus, Rossinière: Nackte Wahrheiten
Ballonmuseum: Mehr als heisse Luft

Teddy B – auch präsent auf Facebook und Instagram und eigenem Youtube-Channel!

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