Er ist kein Grosser und bietet trotzdem grosses Kino: Der Etzel, bekannt als «Ausflugsberg von Pfäffikon». Hinauf zum Gipfel schafft man es locker zu Fuss.

DIE FAKTEN:
Lage: Zwischen Zürichsee und Sihlsee
Höhe: 1098 m.ü.M.
Rundwanderung: 6,4 km bzw. knapp 2 Std.
Anforderungen/Kondition: mittel
Einkehrmöglichkeiten unterwegs: ja
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Praktischer Begleiter: Trinkflasche
Anreise: Mit ÖV bzw. Bahn/Postauto (etwas umständlich ☹ ) via Pfäffikon oder Einsiedeln nach Egg (SZ), anschliessend zu Fuss (ca. 35 Min.) bis zur Passhöhe, mit dem Auto via Pfäffikon oder Einsiedeln direkt zur Passhöhe auf 950 m.ü.M. bzw. St. Meinrad, Etzel (Parkplätze vorhanden)
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DIE GANZE GESCHICHTE
Er ist nicht nur ein Berg, sondern auch ein Pass. Und verbindet den Zürichsee mit dem Sihlsee. «Pfäffikons Ausflugsberg» Etzel punktet mit mehreren Vorteilen:

Vorteil 1: Keine Seil- oder Bergbahn notwendig

Nix mit Anstehen, keine Angst vor fehlendem Social Distancing! Um auf den Gipfel zu gelangen, ist keine technische Unterstützung notwendig: Die eigenen Beine reichen.  Zumindest von der Passhöhe auf 950 Metern bis Etzel Kulm auf 1098 Metern und zurück. Denn auf Pfäffikons Ausflugsberg führen weder Bahn noch Postauto. Deshalb müssen auswärtige Besucher fast zwingend mit dem Auto anreisen. Bis zur Passhöhe. Da, wo die Rundwanderung zum Etzel Kulm beginnt und endet. Hier stehen Parkplätze zur Verfügung, ausserdem an schöner Aussichtslage ein stattliches Restaurant samt Terrasse. Gleich neben der berühmten Kapelle St. Meinrad.

Berühmter Kraftort: St. Meinrad-Kapelle.

Vorteil 2: Entspanntes Wandern

Der Rundwanderweg ist nicht asphaltiert und deshalb Wanderern vorbehalten. Aber er ist einfach zu machen. Besonders schön: Die Strecke führt durch ein Waldreservat, die Etzelfluo. Zur Linken geht es stetig bergan, zunächst ohne grössere Steigung. Anfangs am Waldrand entlang, anschliessend durch den Strickliwald. Mit jedem Meter offenbart sich mehr! Zuerst erkennt man in der Ferne die beiden markanten Gipfel der Mythen, dann die Kuppen des Klosters Einsiedeln und schliesslich zur Linken den Sihlsee, flächenmässig grösster Stausee der Schweiz. Auch einem Bauernlehrpfad folgt man zuweilen. Man erfährt etwa, dass auf den über 400 Alpweiden rund um Einsiedeln 5000 Kühe den Sommer verbringen. Und mit verantwortlich sind für den Top-Käse, der in dieser Gegend produziert wird. Für Familien willkommene «Info-Pausen». Dann geht es weiter bergan, auf dem letzten Drittel durch den Wald etwas steiler. Aber schliesslich folgt bald die Erlösung.

Vorteil 3: Top Panorama mit 4 Seen

Denn auf mittlerweile 1098 Metern Höhe thront einerseits ein Berggasthaus mit grosser Terrasse; andererseits ist das Panorama kaum zu toppen! Nicht nur Sihlsee, Mythen, Einsiedeln und Dutzende von Zentralschweizer Gipfeln präsentieren sich hier. Nein, auf der anderen Seite liegt einem der Zürichsee zu Füssen; mit den Inseln Ufenau und Lützelau und türkisblauem Wasser rundherum – Bilderbuch pur. Auch der Bachtel vis-à-vis grüsst, weiter hinten schimmern Greifensee und Pfäffikersee, ebenso der Zürich- und der Üetliberg samt Albiskette. Ein echter Traum. Essen an den Tischen des Restaurants ist Gästen vorbehalten; aber auf der Rückseite des Berggasthauses stehen einige einfache Bänke, und da gibt’s das Top-Panorama gratis zu geniessen.

Vorteil 4: Heiliger Steinbruch

Wer war schon mal in einem Steinbruch, noch dazu in einem «heiligen»? Auf dem Abstieg hinunter zur Passhöhe passiert man jene Stelle, wo einst der granitische Sandstein des Etzel für Bau und Renovation des Klosters Einsiedeln und der Teufelsbrücke verwendet wurde. Von Hand – nur mit Meissel und Keilen – soll der Stein noch bis ins Jahr 1953 gewonnen worden sein. Sogar einen schmalen Stollen kann man ausmachen; aber der Gedanke, sich hinein ins Dunkel zu wagen, lässt frösteln. Obwohl man hier doch auf einem Stück des berühmten Jakobsweges unterwegs ist und auf himmlischen Schutz vertrauen darf.

Mehr als ein Grillplatz: “Heiliger” Steinbruch.

Vorteil 5: Viel Totholz und seltene Pflanzen

Weil man in der Etzelfluo in einem Waldreservat wandert, bleibt vieles liegen. Und darf gedeihen, auf dass die Biodiversität gewährleistet ist und bleibt. Hin und wieder ruht denn ein toter Baum auf oder über dem Weg. Dass sich auch Pflanzen wie Stendelwurz, (geflecktes) Johanniskraut und Holzäpfel sowie Tiere wie die Rote Keulenschrecke heimisch fühlen, erfährt man auf einer von mehreren gut gestalteten Infotafeln entlang dem Weg.

Toter Baum: Es lebe die Biodiversität!

Fazit: Es müssen nicht immer die hohen Berge sein, die ein Top-Panorama garantieren. Auch ein «Kleiner» wie der Etzel können zum ganz Grossen werden – noch dazu ohne «fremde Hilfe» und mit viel Social Distancing. In aktuellen Zeiten ein Grund mehr, diesen Tausendsassa zu besuchen.

Teddy B, Mai 2020

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Zur Aktion: Ja, ich will…

Teddy B’s Tipps für Gipfelerlebnisse in der Schweiz:

Schynige Platte: Die Bilderbuch-Schweizerin
Atzmännig: Winter für Anfänger
Monte Tamaro: Flirt mit Botta und Italien
Moléson: Nix moitié-moitié
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