Der Egelsee ruht in einem Naturwaldreservat im aargauischen Bergdietikon. Und gilt als einer der schönsten Badeseen der Schweiz. Sagenumworben ist er auch.

DIE FAKTEN
Lage: An der Ostflanke des Heitersberges, zwischen Reuss- und Limmtattal
Höhe: 667 m.ü.M.
Fläche: 2 ha
Verpflegungsmöglichkeiten: – (nur im Weiler Hasenberg)
Anreise: Mit ÖV via Dietikon nach Kindhausen, anschliessend 30 Min. zu Fuss. Variante: Mit ÖV bis Bahnstation Mutschellenpass und zu Fuss in 1 ½ Std. via Hasenberg zum Egelsee (breiter, gut ausgebauter Wanderweg). Mit dem Auto via Mutschellen – Widen zum Weiler Hasenberg (Gratis-Parkplätze links nach letztem Waldstück). Anschliessend zu Fuss in 45 – 60 Min. zum Egelsee
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DIE GANZE GESCHICHTE
Ein Zweifel zum Egelsee vorneweg: Einerseits wird seine maximale Tiefe mit «10 Metern» angegeben. Andererseits besagt eine der zahlreichen Info-Tafeln entlang dem See, dass «ein fünfstöckiges Haus nicht zum Wasser herausragen würde». Was «Sagen-haft» klingt. Sagen haben wohl auch mit zur Bekanntheit des idyllischen Egelsee beigetragen.

Egelsee: Mehr Teich als See

Der Begriff «See» übrigens gilt etwas vermessen. Das kleine Gewässer mitten im Wald ist eher ein Weiher. Einen Superlativ darf der Egelsee trotzdem für sich verbuchen: Er gilt als grösster Natursee, der ganz im Kanton Aargau liegt. Und er verzaubert Jung und Alt.

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Egelsee: Seerosenteppich auf dem Wasser.

Einer der schönsten Badeseen

Wen also wundert es, dass der Egelsee zu den schönsten Badeseen der Schweiz zählt. Ein Sprungturm, mehrere Grillstellen und einige direkte Zugänge zum Wasser machen ihn zum populären Bade- und Schwimmziel – obschon sonnige Plätzchen rar sind. Ausserdem gilt es strikte Vorschriften zu beachten, denn der Kleine liegt mitten in einem Naturschutzgebiet. Dieses Naturwaldreservat Egelsee – Wälleflüehau ist mit seiner Fläche von fast 80 Hektaren um ein Vielfaches grösser als der Egelsee.

Erlebnispfad und Infotafeln

Für Kinder gibt es einen Erlebnispfad dem Ufer entlang, Erwachsene können sich auf mehreren Info-Tafeln eine Übersicht verschaffen. Am Ende der letzten Eiszeit soll der Egelsee entstanden und damals dreimal so gross gewesen sein wie heute. Der einstige südliche Teil ist inzwischen völlig verlandet und eine dichte Schilf- und Sumpflandschaft.

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Egelsee: Wie wär’s mit einem Bad im Moor?

Egelsee: Schmetterlinge und Seerosen

Dass die Natur hier das Sagen hat, beweisen Flora und Fauna. Unterschiedlichste, teils seltene Tiere fühlen sich am Egelsee wohl. Etwa Ringelnattern und Erdkröten, der Schwarzspecht sowie Fledermäuse und Schmetterlinge. Ausserdem ist der See nur zu Fuss oder mit Velos erreichbar. Also nix mit klassischen Ausflüglern und klassischem Rambazamba. Trotzdem ist an sonnigen Tagen mit viel Publikum zu rechnen; wer ein Bad nehmen oder in Ruhe unter Bäumen am Wasser wandeln möchte, tut dies besser in den frühen Morgen- oder Abendstunden.

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An alles gedacht: Sprungturm und Grillstelle.

Die Sage vom Egelsee

Und wie war das mit der Sage? Die bekannteste ist jene einer Ritterburg oder besser eines Schlosses. Dessen Besitzer soll die Bewohner des Limmat- und Reusstals einst malträtiert und schikaniert haben. Darunter auch eine arme Mutter, deren jüngstes Kind der Bösewicht in die Flammen warf. Zur Strafe darüber erhob sich in der gleichen Nacht ein gewaltiges Unwetter mit Blitz und Donner. Burg und Besitzer versanken im Abgrund. Am nächsten Morgen ruhte an jeder Stelle, wo das Schloss gestanden hatte, ein tiefer, schwarzer See: Der Egelseee. Seinem «dunklen» Ruf wird der Egelsee übrigens heute noch gerecht: Hin und wieder ertrinken Menschen im geheimnisvollen Moorsee.

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Ruine Kindhausen: Nur noch einzelne Mauern übrig.

Zu guter Letzt…

Knapp 20 Minuten vom Egelsee entfernt thronen die Überbleibsel der Ruine Kindhausen. Von der Burg ist nicht mehr viel zu sehen, aber die Ruinen – verteilt auf zwei Kuppen – lassen erahnen, wie bedeutend diese Gegend einst war. Auch diese Ruine ist – natürlich – mit Sagen verknüpft. Aber das ist wieder eine andere Geschichte…

Teddy B, Juli 2021


Teddy B Ausflugs- und Wandervorschläge im Kanton Aargau:

Kulturweg Limmat: Kunst-Stücke
Gwagglibrugg, Wettingen: Heisser Feger
Holzbrücke Turgi: Schöne Spinnerei
Teddybärmuseum Baden: Familientreffen
Naturwaldreservat Teufelskeller, Baden: Lothar’s Erbe

Teddy B – auch präsent auf Facebook, Instagram und Youtube.

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