Auf los geht’s los: Bis anhin gibt es in der Schweiz 12 von der UNESCO als Welterbe (*) anerkannte Stätten; sie liegen Dir zu Füssen!

1983: Altstadt von Bern (1)

Die Berner Altstadt hat es bereits 1983 auf die UNESCO-Liste der Weltkulturgüter geschafft. Einer der Gründe für so viel Ehre: Mit ihren Laubengängen (insgesamt 6 Kilometer!) gilt Bern als Juwel mittelalterlicher Städtebaukunst. Ausserdem ist die Stadt mit Zytglogge (Zeitglockenturm), Käfigturm und Münster perfekt eingebettet in die Aareschlaufe.

Ausblick auf die UNESCO gekrönte Berner Altstadt.

1983: Der Stiftsbezirk St. Gallen (2)

Prachtvoller geht nimmer: Mit seiner barocken Kathedrale bildet der Stiftsbezirk von St. Gallen ein weltweit vermutlich einzigartiges historisches Ensemble. Bereits 1983 wurde er, zusammen mit der Stiftsbibliothek und deren Archiven, in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. «Seelen-Apotheke» nennt man die Bibliothek auch, die 170’000 Bücher stark ist. Etwas mehr als ein Drittel davon sind im barocken Bibliothekssaal ausgestellt. Und noch mehr: Zum Beispiel die 2700 Jahre alte ägyptische Mumie der Schepenese. Herzstück der Sammlung der Stiftsbibliothek: 2100 Handschriften, von denen ein Teil jeweils in den aktuellen Ausstellungen zu sehen sind.

Imposant: Der Stiftsbezirk St. Gallen.

1983: Benediktinerinnenkloster St. Johann in Müstair (3)

Auch das Benediktinerinnenkloster in Müstair im bündnerischen Val Müstair (Münstertal) gehört seit 1983 zum UNESCO Welterbe. Hinter seinen Mauern sind vielerlei Kostbarkeiten zu finden. So etwa der bedeutendste Wandmalereizyklus der Schweiz (aus der Zeit um 800 n. Chr.) sowie Fresken und Stuck aus romanischer Zeit. Noch heute wohnen im Kloster, das von Archäologen, Kunsthistorikern und Touristen gleichermassen geschätzt wird, einige Benediktinerinnen.
Teddy B’s Tipp: Nach dem Trip durch die heiligen Hallen eine «bärenstarke» Wanderung entlang dem Riva dal Rom unternehmen!

Val Müstair: Auf der Suche nach den Schwestern…

2000: Die drei Burgen von Bellinzona (4)

Bereits für die Römer war Bellinzona eine wichtige Verteidigungslinie. Davon zeugen die Befestigungsanlagen und Burgen der Tessiner Hauptstadt. Längst gelten die drei imposanten Burgen Castelgrande, Montebello und Sasso Corbaro mit ihren Wehranlagen als wichtiges Zeugnis mittelalterlicher Befestigungsbaukunst. Damals stellten sie einen Sperrriegel gegen die Eidgenossen aus dem Norden sowie zur Kontrolle des Transitverkehrs über den Gotthard und zur Erhebung von Strassenzöllen dar. Heute geniesst man von allen drei Bauten aus vor allem einen prächtigen Blick auf Bellinzona.
Teddy B’s Tipp: Schau Dir das Castelgrande, diese «alte Tante», etwas genauer an. Es lohnt sich!

Schlossherrin auf Castelgrande.

2001: Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch (5)

Sie sind aus Kunst, Literatur, Bergsport und Alpentourismus nicht wegzudenken, die Landschaften der Jungfrau-Aletsch-Region. Die spektakulären Berglandschaften mit imposanten Bergketten, unberührten Tälern und dem grössten Gletscher (Gletscher-schmelz) der Alpen ergeben eine Top-Symbiose mit der umgebenden Kulturlandschaft. Und: Sie ziehen sich über alle Vegetationsstufen von mediterran anmutender Steppe bis ins karge Hochgebirge hin. Die Aufnahme als Welterbe verdankt das über 80’000 Hektaren grosse Gebiet auch wichtigen Erkenntnissen, die man hier gewinnt. Etwa über die Entstehung von Alpen und Gletschern sowie über die gegenwärtigen Klimaveränderungen. Die Naturlandschaft wurde 2001 übrigens als erste Region der Alpen in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.
Teddy B’s Tipp: Auf einer Höhenwanderung von der Schynige Platte zum First geniesst Du einen Prachts-Blick auf die Jungfrau!

Teddy B, König der Jungfrau, auf dem Jungfraujoch.

2003: Monte San Giorgio (6)

Teddy B gesteht: Ich war noch nie auf dem Monte San Giorgio, diesem pyramidenförmigen, bewaldeten Berg zwischen den beiden südlichen Armen des Luganersees. Dabei gilt er als bedeutendste Fundstelle für marine Fossilien aus der Trias-Zeit. Das war buchstäblich die Hoch-Zeit der Dinosaurier 😊! In den Gesteinsschichten des Monte San Giorgio wurden Fossilien gefunden, die über 240 Millionen Jahre alt sind!  Und weil damals die Lagune in Ufernähe lag, hat man ausserdem Fossilien von Reptilien, Insekten und Pflanzen sichergestellt. Diese sind heute im Museo dei del Monte San Giorgio in Meride ausgestellt. Samt dem Ticinosuchus, einem 2,5 Meter langen Landsaurier. Höchste Zeit also für diese tierische Bekanntschaft!

2007: Weinbergterrassen des Lavaux (7)

Diese Gegend ist etwas für Romantiker! Denn die engen Weinbergterrassen oberhalb des Genfersees erstrecken sich über dreissig Kilometer vom Schloss Chillon bis zu den östlichen Vororten von Lausanne. Die Terrassenlandschaft mit ihren uralten Steinmauern ist weit über die Westschweiz hinaus berühmt; hier werden seit Generationen Reben angebaut. Zum Lavaux gehören vierzehn Dörfer – alle intakt und mit schönem Ortskern. Seit Jahrhunderten wird ganz natürlich gelebt, was anderswo mit viel Aufwand propagiert wird: Die Harmonie zwischen Menschen und Umwelt zur Nutzung der lokalen Ressourcen. Vom Ergebnis profitieren alle: Die Weine aus dem Lavaux sind süffig und beliebt… 😊
Teddy B’s Tipp: Besuche von Vevey aus a) den Mont Pelerin und b) das Charlie Chaplin-Museum!

Wo seid Ihr, sagenhafte Terrassen des Lavaux?

2008: Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina (8)

Hier laufen längst nicht nur «Bahnsexuelle» zu Hochform auf: Das Trassee der Albula- und der Berninalinie der Rhätischen Bahn gilt als Meisterleistung schweizerischer Ingenieurkunst. Die Bahn schraubt sich geradezu durch die Bündner Berge – mit Hilfe von diversen Viadukten und Kehrtunneln. Besonders berühmt ist das Landwasserviadukt in der Nähe von Filisur, eine 65 Meter hohe und 136 Meter lange Eisenbahnbrücke. Die gesamte Strecke führt über 120 Kilometer von Thusis nach Tirano. Übrigens fahren die knütsch roten Züge der Rhätischen Bahn bereits seit 1889 durch diese wilde, herb-schöne Naturlandschaft.
Teddy B’s Tipp: Besuche auch den Albula-Pass und bezwinge von der Passhöhe aus einen echten Dreitausender!

Top-Landschaft: Albula mit dem Landwasserviadukt.

2008: Schweizer Tektonikarena Sardona (9)

Hier sind einst die beiden Kontinente Europa und Afrika zusammengestossen, was zur Bildung «unserer» Alpen führte. Nirgendwo sonst auf der Erde kann man die Entstehung von Bergen und Tälern so direkt und eindrücklich erleben. Gesteinsschichten wurden dabei übereinander geschoben, gefaltet und zerbrochen. Die Spuren dieser gewaltigen Kräfte sind gut sichtbar, bereits bei der Anfahrt vom Walensee her. «Glarner Hauptüberschiebung» nennen sich die monumentalen Vorgänge im Kantonsdreieck Glarus-St. Gallen-Graubünden auch, was diesem Gebiet die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste bescherte. Ein paar Zahlen: Die Schweizer Tektonikarena Sardona ist eine 32’850 Hektaren grosse Gebirgsformation mit sieben über 3000 Meter hohen Gipfeln.
Teddy B’s Tipp: Pizol Panorama Höhenwanderung; hier kriegst Du die «Glarner Hauptüberschiebung» perfekt aufgetischt.

Tektonikarena Sardona: Entstehung der Alpen.

2009: La Chaux-de-Fonds/Le Locle, Stadtlandschaft Uhrenindustrie (10)

Ihre Einzigartigkeit verdanken La Chaux-de-Fonds und Le Locle – ausgerechnet – zerstörerischen Bränden. Für den Wiederaufbau beider Orte sorgten sowohl Private als auch die Behörden. Über allem steht die Uhrmacherkunst. Und eine Architektur, die einerseits dem Licht besonders viel Bedeutung einräumt und andererseits eine urbane Struktur, die den Verkehr erleichtert. Sowohl La Chaux-de-Fonds als auch Le Locle sind wichtige Zeugen der Industriegeschichte des späten 18. Jahrhunderts bis heute. Und zeigen eindrücklich, wie eng die Verbindungen zwischen Uhrmachertradition und Stadtbild waren und noch immer sind.
Teddy B’s Tipp: Besuche in der Nähe von Le Locle den Lac des Brenets! Dort schwimmen manchmal Rehe im Wasser…

2011: Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen (11)

Auch die Pfahlbauten stehen noch auf Teddy B’s to do-Liste 😊! Dabei handelt es sich um 111 Pfahlbaustätten, die sich über sechs Alpenländer erstrecken – lauter Überreste prähistorischer Siedlungen. Mehr als die Hälfte der Schweizer Stätten liegen an See- oder Flussufern oder in Feuchtgebieten. Und erzählen von menschlichem Leben vor 7000 Jahren. Spannend sollen die Einblicke in den Alltag im alpinen Europa der Jungsteinzeit und der Bronzezeit sein. Und ebenso spannend die Erkenntnisse über das Zusammenspiel zwischen Menschen und Natur.

2016: Das architektonische Werk von Le Corbusier (12)

Der berühmte Architekt Le Corbusier hat viele, viele Werke für die Ewigkeit geschaffen. Zwei seiner siebzehn Objekte des grenzüberschreitenden Weltkulturerbes befinden sich in der Schweiz: Einerseits die Villa «Le Lac» in Corseaux am Genfersee und andererseits das Clarté-Gebäude in Genf. Le Corbusiers Beitrag zu «den grundlegenden bautechnischen Herausforderungen der Gesellschaft des 20. Jahrhunderts» soll herausragend gewesen sein, was ihm wohl die Aufnahme ins UNESCO-Register bescherte. Das französisch-schweizerische Multitalent aus La Chaux de Fonds realisierte seine Werke übrigens über eine Zeitspanne von fünfzig Jahren. Damit begonnen hatte er 1905 in La Chaux-de-Fonds und Le Locle.

Und die Biosphärenreservate…?

Auch die wollen wir nicht vergessen! Sie werden vom UNESCO-Programm «Der Mensch und die Biosphäre» (MAB) gestützt, das Welterbe dagegen von der Welterbekonvention. In der Schweiz gibt es zwei Biosphärenreservate: Die Biosphäre Entlebuch und Biosphäre Schweizer Nationalpark «Val Müstair Parc Naziunal».
Mehr zum Unterschied Welterbe und Biosphärenreservat: World Heritage Experience Switzerland.

Teddy B, Januar 2020

(*) Quelle und weitere Infos über Schweizer Welterbestätten: House of Switzerland

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