Schon mal von der Waldkathedrale Beromünster gehört? Die barocke Parkanlage mit Alleen und hohen Bäumen steht himmlisch erhöht – und unter Denkmalschutz.

DIE FAKTEN
Name: Waldkathedrale Schlössliwäldli
Lage: Westlich der Stiftskirche oberhalb des Dorfes Beromünster
Höhe (Beromünster): 642 m.ü.M.
Besonderes: Als Kathedrale gestaltete Park- und Gartenanlage aus Bäumen und Sträuchern; unter Denkmalschutz
Öffnungszeiten: 365 Tage, gratis
Masse: 140 m lang, 16 m breit
Webcam(s) Beromünster
Anreise: Mi ÖV von Bern bzw. Zürich via Sursee, von Luzern aus via Menzikon nach Beromünster. Dito mit dem Auto (Parkplätze an der Oberdorfstrasse). Von der Stiftskirche in Beromünster in 15 Min. zu Fuss zur Waldkathedrale (Radioweg Beromünster folgen)
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DIE GANZE GESCHICHTE
Ob das Wort «Stress» im Jahr 1790 bereits bekannt war? Vermutlich kaum. Wohl aber die Bezeichnung für «Entspannung». Denn eigens für die «Recreation» der vornehmen Stiftsherren von Beromünster wurde damals mit der Erstellung einer Waldkathedrale auf einem Hügel oberhalb von Beromünster begonnen. Das war kurz nach Ende der Französischen Revolution.

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Schlosswäldli: Himmlisches Dach aus Kastanien.

Waldkathedrale: Natürliches Kunstwerk

Vorbild für das ehrgeizige Unterfangen war eine Kathedrale. Aber keine aus Marmor und Stein, sondern eine aus Bäumen. 94 Rosskastanien sollten gepflanzt und 3500 «Haagenbuochli» als Hecken gesetzt werden, wie eine Infotafel verrät. Der Grundriss der Waldkathedrale erinnert an eine Basilika.

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Infotafel Schlosswäldli: Vorbild Kathedrale!

Immer schön himmelwärts

Allerdings ging den Verantwortlichen schon bald nach Erstellung des ehrgeizigen Projektes das Geld aus. So dass die Bäume und Hecken der 140 Meter langen «Kathedrale» ab 1838 nicht mehr regelmässig geschnitten und gestutzt wurden. Und sich die Natur ihren Raum nach und nach (zurück-)eroberte. Denn die Rosskastanien und Hainbuchen wuchsen stetig himmelwärts. Und bildeten eine Art Dach, das sich über ein breites «Mittelschiff» und zwei «Seitenschiffe» wölbt.

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Aussicht geniessen dank Ruhebänken.

Ruhebänke und Aussichtsterrassen

Glücklicherweise wurde die Waldkathedrale von den heutigen Verantwortlichen – weiterhin der Chorherrenstift von Beromünster und gleichzeitig Besitzer – nach und nach wieder instand gestellt. So, wie sie vor weit über 200 Jahren erschaffen worden war. Zusätzlich wurden Bäume neu gepflanzt, Ruhebänke platziert und Aussichtsterrassen geschaffen. Heute können sich Jung und Alt an dieser «himmlischen» Anlage erfreuen. Denn sie steht allen zum Auftanken und Abtauchen offen – an 365 Tagen im Jahr.

Bäume unter Denkmalschutz

Wundersamerweise wirkt das «Wäldli» so natürlich, dass sich niemand den Aufwand zur Schaffung dieses natürlichen Kunstwerkes vorstellen kann. Immerhin mussten im damaligen Schlössliwald Gesteinsbrocken gesprengt, Bäume gefällt und Erde abgetragen werden. So lange, bis die Hügelkuppe in der jetzigen Form eingeebnet war. Längst steht die barocke Parkanlage unter Denkmalschutz und gehört zu den landesweit bedeutendsten Denkmälern der Gartenkunst überhaupt.



Wer nicht «nur» der Waldkathedrale wegen nach Beromünster fahren möchte, findet – mindestens – drei weitere gute Gründe für einen Besuch:

1.
Das Ortsbild von Beromünster mit seinen schmucken Bürgerhäusern ist von nationaler Bedeutung.

teddy-b.ch - Beromünster 02 LU
Ein Juwel: Stiftskirche im idyllischen Dorf.

2.

Der Stiftsbezirk mit der Stiftskirche St. Michael besteht aus fast 30 Gebäuden und bildet ein über die Jahrhunderte gewachsenes architektonisches Gesamtkunstwerk.

teddy-b.ch - Sendeturm Beromünster LU
Legendär: Sendeturm des Schweizer Radiosenders.

3.
In Beromünster startet und endet der Radioweg Beromünster «Töne vom Wegrand der Geschichte» (ca. 1 ½ Std. Wanderzeit), der auch durch die Waldkathedrale und hinauf zum Sendeturm des legendären «Radio Beromünster» (1931 – 2008) und zurückführt.

Teddy B, September 2021

Teddy B Lieblingsziele in der Zentralschweiz:

Greppen – Weggis: Riviera-Wandern
Rundwanderung Glattalp: Kalt-Start ins Glück
Spilauersee: Forellen-Quintett
Eggberge: Im Meer der weissen Krokusse
Schächentaler Höhenweg: Zu Besuch bei Schneewittchen
Luftseilbahn Urnerboden – Fisetengrat: Himmelsleiter
Hotel Klausenpasshöhe: Eiserne Lady
Tell-Museum, Bürglen: War Tell ein Däne?

Teddy B – auch präsent auf Facebook und Instagram sowie auf Twitter.

 

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