DIE FAKTEN
Ort: Tell-Museum, Bürglen UR
Lage: 525 m.ü.M. im Dorfkern von Bürglen am Eingang zum Urner Schächental
Geöffnet: Mitte Mai bis Mitte Oktober
😊: Grösste Tell-Sammlung der Schweiz
Anreise: mit der Bahn bis Flüelen oder Erstfeld, anschliessend mit dem Bus (Nr. 1) direkt zum Museum. Mit dem Auto via Flüelen oder Erstfeld nach Bürglen. Einzelne Parkplätze vor dem Museum sowie ausserhalb des Dorfes
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DIE GANZE GESCHICHTE
Irgendwie ist man auf Pathos eingestellt. Vielleicht auf einen Film, der «unseren» Freiheitshelden Wilhelm Tell zeigt und dessen grosse Taten schildert. Auf eine Armbrust-Szene mit Walter, dem tapferen Tell-Sohn. Und auf schaurig-schöne Schwerter und anderes Kriegsmaterial. Schliesslich trägt Bürglen auch den (Über)Namen «Tellendorf», steht ganz in der Nähe die kleine Tell-Kapelle und führen hier gleich mehrere Stationen des Tell-Lehrpfades vorbei.


Tell-Museum: Darf man töten?

Doch erst wird man mit schwierigen Fragen konfrontiert, ganz oben im Wattigwilerturm, einem von vier historischen Türmen in Bürglen. Ein Mann sitzt am Tisch, eine Frau spricht mit, auch ein kleiner Bub ist dabei. Und alle reden zu uns durch einen «Film», aber überraschend direkt. Ist es jemals gerechtfertigt, jemanden zu töten, weil er andere bedroht? So wie damals Wilhelm Tell den bösen Gessler umbrachte? Darf man das, soll man das, muss man das? Schon beginnt der Pathos Tell zu bröckeln.

Spannende Fakten zu Wilhelm Tell – alles hinter Glas.

Die grösste Tell-Sammlung überhaupt

Also schnell runter in den ersten Stock des Turmes! Hier gibt es Dokumente, Bilder und Gegenstände aus sechs Jahrhunderten über den Schweizer Freiheits- und Nationalhelden Wilhelm Tell zu bestaunen. Damit verfügt das Tell-Museum über die umfassendste Sammlung überhaupt. Man erfährt auch, dass in Bürglen (angeblich) einst Tells Haus stand, dass es in der Schweiz mehrere Tellskapellen gibt und der wehrhafte Schweizer seit 1931 unseren Fünfliber ziert.

War Wilhelm Tell gar kein Schweizer?

Und dann droht nochmals ein Bruch mit dem Pathos. Hat Friedrich Schiller sich für sein weltberühmtes Drama einst gar nicht an Schweizer Helden inspiriert, sondern an dänischen? Denn in einem alten dänischen Märchen soll diese Heldengeschichte ganz ähnlich abgelaufen sein. Alles ziemlich spannend.

 

Auch als Skulptur mit dabei: Der grosse Wilhelm Tell.

Ein bisschen antiquiert

Kleiner Wermutstropfen: Das Tell-Museum – bereits 1966 eröffnet und 2016 komplett saniert – ist etwas gar statisch und museal gestaltet. Action oder zumindest Interaktion sind hier nicht zu erwarten, die Exponate hinter Glas. Also nichts mit Berühren oder Aktivieren. Anders als etwa in «Chaplin’s World» oder der Ausstellung über Zürich im Landesmuseum Zürich.
Trotzdem lohnt sich der Besuch. Nach rund einer Stunde hat man sich satt gesehen und gelesen – und ist bereit für einen weiteren Trip in die (Natur-)Geschichte der Schweiz: nämlich ins Bilderbuch-schöne Urner Schächental.

Weitere Top-Ziele im Urnerland:

Klausenpass: Auf zum Balmer Grätli!
Hotel Klausenpasshöhe: Eiserne Lady
Eggberge: Im Meer der weissen Krokusse
Schächentaler Höhenweg: Zu Besuch bei Schneewittchen

Teddy B, August 2019

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