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Wer weiss denn so genau, wo Gott hockt – und was es mit Kraftorten auf sich hat? Die Klosterinsel Werd bei Eschenz (TG) vermittelt überirdische An- und Einsichten.

DIE FAKTEN
Höhe: 398 m.ü.M.
Lage: bei Eschenz (TG) im Untersee, unweit von Stein am Rhein (SH)
Besonderes: Die Insel Werd und ihre beiden Nebeninseln gelten als Bodenseeinseln
Öffnungszeiten: immer geöffnet. Eintritt frei
Anreise: mit Schiff (URH), Bahn oder Auto bis Stein am Rhein, anschliessend zu Fuss in ca. 20 Minuten zur Insel Werd.
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DIE GANZE GESCHICHTE
Glaubst Du an Kraftorte? An Orte, denen gemäss Wikipedia-Deutung eine «meist positive (selten auch negative) psychische Wirkung im Sinne einer Beruhigung, Stärkung oder Bewusstseinserweiterung zugeschrieben wird»? Und bei denen es sich überwiegend um geographische Orte handelt, die nach esoterischen Vorstellungen eine besondere Erdstrahlung haben?

Klosterinsel Werd: Kraftort und Inspiration

Ich habe nicht daran geglaubt bisher. Oder einiges nur erahnt. Obschon ich etwa beim Besuch des geheimnisvollen Jaun-Wasserfalls (FR) eine eigenartige Energie spürte. Auch auf dem faszinierenden  Creux du Van (NE) ging etwas in mir ab. Und jetzt also die Klosterinsel Werd; eine von drei Bodenseeinseln im Grenzgebiet von Deutschland und den Kantonen Schaffhausen und Thurgau. Oder vereinfacht: Auf Sichtdistanz von Stein am Rhein (SH).

Eine Insel geht an ihre Grenzen

Warum aber Bodenseeinsel, wo doch das Eiland mitten im Rhein thront? Die Erklärung: Als geographische Grenze zwischen Untersee und Hochrhein gilt die Rheinbrücke bei Stein am Rhein. Und weil die Werdinseln etwas oberhalb dieser Brücke liegen, gelten sie als Bodensee- und nicht Flussinseln.
Das also wäre geklärt – deshalb ab auf die Insel! Sie ist gerade mal 194 Meter lang und 105 Meter breit. Ein Winzling. Aber allein der Weg dorthin ist magisch! Von Stein am Rhein aus spaziert es sich in knapp 25 Minuten locker dem Wasser entlang, bis man auf Thurgauer Gemeindegebiet steht. Genauer: In Eschenz.

Unter grünen Baldachinen wandeln

Hier beginnt das Erleben mit allen Sinnen. Zuerst zieht sich ein Pfad ein paar Dutzend Meter weit durch üppig überwachsenes Ufer- und Naturschutzgebiet. Zur Linken und Rechten blühen die verschiedensten Sträucher, es duftet nach Frühling, nach Leben. Aus dem dichten Schilf ist Entenschnattern zu hören, darüber ein Potpourri aus Vogelstimmen. Schliesslich machen hier jedes Jahr Zehntausende von Zugvögeln Zwischenstation, andere nutzen den geschützten Raum zum Brüten. Mir schien, als wandle man unter einem grünen Baldachin ungeahnten himmlischen Wundern entgegen. Ein hölzerner Steg, 150 Meter lang, führt über smaragdgrünes Wasser dem Licht entgegen – ganz so, als würde man an einer unsichtbaren Leine übers Wasser gleiten. Und hoch über Stein am Rhein zur Linken thront unübersehbar die prächtige Burg Hohenklingen.

Schneeweisses Haus der Wunder

Am Ziel und auf der Insel steht leuchtend ein schneeweisses Haus mit Treppengiebel und auffallend gemusterten, gelb-schwarzen Fensterläden: Das Kloster samt Kapelle – auch St. Otmarskloster genannt. Weil es dem Heiligen Otmar geweiht ist, der einst hierher verbannt wurde und auch hier starb. Damals, im Jahr 759.  Heute ist der Heilige Schutzpatron der Werd-Insel, das Anwesen gehört dem Kloster Einsiedeln. Wie auch der Rebberg Leutschen (SG) 😊.

Franziskaner im Chatroom

Aktuell leben sechs Franziskaner auf der Insel. Sie scheinen durchaus von dieser Welt zu sein, wie ein Blick in ihren Tätigkeitsbereich auf der Homepage zeigt: «Unser Tag beginnt am frühen Morgen mit dem Aufstehen und dem Gang in die Kapelle oder Kirche. Ein erklärendes Bild verdeutlicht dies: Wir gehen in den Chatroom mit Gott.» Dieser «Chatroom» ist klein, schlicht und mit einer Reliquie des Heiligen Otmars ausgestattet – aber noch viel mehr! In der Kapelle herrscht eine Atmosphäre, die nicht nur Ruhe, sondern wirklich Kraft vermittelt. Oder vielmehr ein Urvertrauen in all die Kräfte, die über uns – vielleicht – in uns sind.

Ein Labyrinth für gute Gedanken

Dasselbe vermittelt auch das schlichte Labyrinth im Garten der Franziskanergemeinschaft. Nicht zu vergleichen mit den gigantischen Labyrinthen, die man in sommerlichen Kornfeldern bewundern kann. Dieses hier ist klein, schlicht und grün. Exakt 444 Meter lang, zieht es sich spiralförmig durch das kurze Gras. Einen Gedanken, ein Gebet oder einfach nichts soll man mit auf den Weg nehmen – und sich selbst mindestens 15 Minuten Zeit dazu, steht auf einer Tafel davor. Sich überraschen lassen, was danach geschehe.

Und was ist geschehen? Nichts. Nichts als dieses wundersame Gefühl von totalem Entleeren, Entspannen und Entschleunigen. Zufriedenheit pur. Hat der Heilige Otmar wohl doch seine Kräfte im Spiel?

Infos

Teddy B, April 2019

Hast Du eigene Erfahrungen gemacht auf der Klosterinsel Werd? Lass uns daran teilhaben! Teddy B Fans sind Dir dankbar.

 

 

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