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DIE FAKTEN
Höhe: 950 m.ü.M.
Ort: Etzel Passhöhe
Erbaut: ca. 1298
Besonderes: Die Kapelle liegt an der Pilgerroute des Jakobsweges, eingetragen im Bundesinventar als «Schützenswertes Ortsbild»
Buchtipp: Wanderführer «Jakobswege Schweiz»
Anreise: Mit ÖV bzw. Bahn/Postauto (etwas umständlich ☹ ) via Pfäffikon oder Einsiedeln nach Egg (SZ), anschliessend zu Fuss (ca. 35 Min.) bis zur Passhöhe; mit dem Auto via Pfäffikon oder Einsiedeln direkt zur Passhöhe auf 950 m.ü.M. bzw. «St. Meinrad, Etzel» (Parkplätze vorhanden)
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DIE GANZE GESCHICHTE
Man sieht sie von weither – ob bei der Anreise aus Einsiedeln, Egg oder Pfäffikon her. Denn sie thront an schönster Stelle auf der Passhöhe. Auf der Passhöhe des Etzelpasses, der den Zürichsee mit dem Sihlsee verbindet. Die Kapelle St. Meinrad ist ein kleines, schmuckes Gotteshaus. Pilger aus aller Welt kommen – unterwegs auf dem Jakobsweg – hier durch, um vom Zürcher Oberland nach Einsiedeln zu gelangen, dem wichtigsten Marienwallfahrtsort des Landes. Bereits seit dem Mittelalter können sie in der Kapelle Halt machen. Und Kraft tanken. Während Wanderfans von hier aus zum Etzel-Kulm und damit himmelwärts streben.

Kapelle St. Meinrad, Etzel: Einst eine Zelle

Das ehemals hölzerne Pilgerhaus hat eine bewegte Geschichte, einen Brand und diverse Renovationen hinter sich. Seine Entstehung verdankt es einem Mönch, genauer: Meinrad von Einsiedeln. Der fromme Mann, der zuvor auf der Insel Reichenau und im zürcherischen Benken gewirkt hatte, soll sich im Jahr 828 auf den Etzelpass zurückgezogen und sich auf der Etzel-Passhöhe eine Zelle errichtet haben. Da spendete er Hilfesuchenden und Menschen in Not Rat.

Brutal erschlagen im «Finsteren Wald»

Nach einigen Jahren zog Mönch Meinrad weiter, und zwar in den «Finsteren Wald», wie die heute so liebliche und hügelige Landschaft um Einsiedeln damals hiess. Im «Finsteren Wald» wurde der fromme Meinrad nach 25-jährigem Wirken von zwei Räubern brutal erschlagen. Damals, im Jahr 861. An der Stelle seiner Klause entstand später das Kloster Einsiedeln, einige hundert Jahre danach auch die Kapelle St. Meinrad auf der 13 Kilometer entfernten Passhöhe des Etzel. Dort, wo die «Meinrad-Geschichte» einst ihren Anfang genommen hatte.

Ein Herz für und von Meinrad

Neben Meinrads Wohnstatt auf der Passhöhe des Etzel soll der Legende nach das Herz des Heiligen bestattet worden sein. Deshalb war dieser Ort bereits im Mittelalter eine Stätte religiöser Verehrung. Noch heute gilt sie vielen als Kraftort. Wie die knapp 4 Kilometer entfernte Teufelsbrücke am Etzelpass hat auch die Kapelle St. Meinrad (einige nennen sie schlicht «Etzelkapelle») eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Das einst hölzerne Pilgerhaus wurde im Laufe der Jahrhunderte immer mal wieder abgebaut, neu aufgebaut und schliesslich 2011 frisch renoviert und eingesegnet; etwas, das vor allem Pilger schätzen auf ihrer Zwischenstation nach Einsiedeln. Alle anderen Besucher schätzen vor allem die Lage. Und die Tatsache, dass gleich nebenan ein historisches Gasthaus mit grosser Terrasse steht – ebenso mit himmlischem Ausblick auf Einsiedeln und den Sihlsee.

Appetitlich: Historisches Gasthaus neben der Kapelle.

Wie sieht es drinnen aus?

Du fragst Dich, wie die Kapelle innen drin aussieht? Das kann ich Dir leider nicht persönlich schildern; Corona-bedingt, war die Kapelle St. Meinrad bei meinem Besuch geschlossen. Deshalb einige Fakten: Den Neubau der Kapelle führte 1697-98 Caspar Moosbrugger aus, ein schweizerisch-österreichischer Architekt. Die Stuckatur stammt von einem Peter Neuroni aus Lugano, und die prächtigen Fresken schuf einst der Schweizer Barockmaler Francesco Antonio Giorgioli aus Meride.

Teddy B, Mai 2020


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