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Wer den berühmten Blausee im Berner Oberland (fast) für sich allein haben möchte, wählt die frühen Morgenstunden oder den Abend. Dann zeigt sich das Mini-Gewässer idyllisch und ruhig.

DIE FAKTEN
Lage: Berner Oberland, zwischen Frutigen und Kandersteg
Höhe: 887 m.ü.M.
Öffnungszeiten: Ganzjährig
Anreise: Via Spiez – Frutigen nach Mitholz/Kandergrund (Postauto-Station vor dem Eingang)
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DIE GANZE GESCHICHTE
Wer will in Zeiten von Klimawandel und Flugscham noch nach Capri jetten und sich von selbsternannten Fischern auf die Schnelle Arien vorsingen lassen! Es gibt eine einfachere Art, Blau zu sehen und abzutauchen: am Berner Oberländer Blausee. Gewiss, vorab im Sommer wird auch dieser Mini-See (auf Fotos sieht der Blausee grösser aus, als er ist) zum Massen-Ausflugsziel; dann spucken Busse ihre Ladung bereits am frühen Morgen aus. Bis zu 3000 Touristen sollen sich dann hier tummeln – täglich. Ein Selfie am Wasser, ein kurzer Rundgang, und weiter geht’s. Wer etwas mehr Zeit und Musse hat, gönnt sich eine Forelle im hiesigen Hotel-Restaurant.

Blausee: Trendziel seit über 100 Jahren

Dabei lohnt sich ein längerer Aufenthalt. Das haben schon die ersten Touristen erkannt, die ab 1878 den Blausee besuchten. Denn mit der Erschliessung des Kandertals durch die Lötschbergbahn wurde dieses Kleinod damals im Nu zum Trend-Ziel vieler – auch ausländischer – Gäste. Bald wurden auch ein Hotel gebaut und eine Forellenzucht eingerichtet. Seit einigen Jahren ist der Blausee Teil eines Naturparks, so dass am Eingang eine Gebühr zu entrichten ist – was ich gut und richtig finde.

Ein Selbstmord sorgte für Farbe

Aber bestimmt willst Du wissen, warum dieser See eine so intensive Farbe hat. Vergleichbar im weitesten Sinn mit dem Lac de Moiry im Wallis oder dem Gelmersee im Grimselgebiet. Dafür gibt es zwei Versionen. Die eine entstammt einer Sage aus dem Kandergrund. Dieser Geschichte zufolge ist hier einst eine schöne Frau aus Trauer über den Tod ihres Geliebten ins Wasser gegangen. Und als ihre blauen Augen brachen, erhielt der See seine intensive Farbe. Die zweite Version ist weniger melodramatisch, aber umso einleuchtender. Der Blausee ist nämlich Teil eines Bergsturzgebietes, rund 15’000 Jahre alt, und wird von unterirdischen Quellen gespeist. Deshalb ist sein Wasser so klar und durchsichtig, dass man sogar Baumstämme und Felsbrocken in 12 Metern Tiefe ganz deutlich und «nah» sieht. Viele Touristen lassen sich denn auf einem knütsch roten Fischerboot über den See schippern und staunen in die blaue Tiefe.

Hotel-Restaurant am Blausee: Am frühen Morgen herrscht noch Ruhe.

Auf Felsen-Pfaden rundherum

Gewiss, richtig «entdecken» kann man diesen See nicht (mehr). Meistens herrscht viel Betrieb; es gibt einen Kinderspielplatz, Holz-Liegen zum Entspannen und die diversen Becken der Forellenzucht zu besichtigen. Trotzdem lohnt sich eine kurze Wanderung um das Gelände. Riesige, Moos-bewachsene Felsbrocken, hohe, alte Tannen und gleich nebenan der Fluss Kander vermitteln einen Eindruck davon, wie es hier vor vielen, vielen Jahren mal ausgesehen haben muss.

Abends wird es mystisch

Zwei wertvolle Tipps übrigens hat mir die freundliche Dame am Eingang verraten. Tipp 1: Wer nicht Teil der grossen Touristen-Masse sein möchte, die den Blausee tagsüber besuchen, wählt die Abendstunden. Denn der Naturpark ist bis 21 Uhr geöffnet, das Abendlicht besonders mystisch, und der Eintrittspreis erst noch reduziert. Tipp 2: Regnerische Tage für den Besuch wählen; dann sind vor allem Gäste aus dem arabischen Raum am See, welche die Kühle und das (Regen-)Wasser schätzen. An solchen Tagen hat man den Blausee mit etwas Glück also (fast) für sich alleine 🙂

Übrigens: Wer den Besuch des Blausee’s mit einer Wanderung verbinden möchte, kann von hier aus – dem Fluss Kander entlang – zum 300 Meter höher gelegenen Kandersteg gehen. Eine Sache von knapp 6 Kilometern und etwas mehr als zwei Stunden Wanderzeit. Wanderstöcke empfehlenswert 🙂 . Allerdings ist der Weg nur bei guten Verhältnissen begehbar; sollte er geschlossen sein, wird das signalisiert.

Teddy B, März 2019

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