Nicht nur ein ökologisch wichtiges Naherholungsgebiet, sondern auch ein «süffiges» Ausflugsziel: Die Halbinsel Au am Zürichsee.

DIE FAKTEN:
Ort: Halbinsel zwischen Horgen und Wädenswil in der Mitte des Zürichsee
Höhe: 408 m.ü.M.
Grösse: 50 ha
Bademöglichkeiten: Bade- und Spielwiese am See-Ufer
Verpflegung: Landgasthof (mit Spielplatz)
Teddy B BuchtippWanderführer durch 132 Naturschutzgebiete der Schweiz
Anreise: Mit der Bahn via Zürich oder Rapperswil bzw. Pfäffikon nach Wädenswil, anschliessend zu Fuss in 5 Minuten auf die Halbinsel; mit dem Auto direkt zur Halbinsel (Parkplätze am Ortseingang, z.B. bei Tauchplatz Vordere Au sowie bei Landgasthof); mit Kursschiffen von diversen Häfen am Zürichsee erreichbar
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DIE GANZE GESCHICHTE:
Einst soll sie vorwiegend von Eichenwäldern bedeckt gewesen sein – damals, im 19. Jahrhundert. Und von Reben. Zumindest so lange, bis diese infolge der grossen Rebbaukrise 1912 gerodet werden mussten. Worauf mit Wein fast 40 Jahre lang nichts mehr ging. Lang, lang ist’s her – aber grün ist die Halbinsel Au auch heute noch. Zumal bereits vor über 100 Jahren ein «Au-Konsortium» das kostbare Eiland vor Überbauung schützte. Und damit dazu beitrug, dass die Halbinsel heute als ökologisch wichtiges Naherholungsgebiet gilt. Fünf Gründe sprechen für einen Besuch:

1. Erreichbarkeit
2. Wein, Weinberg & Weinmuseum
3. Historische Gebäude
4. Alte Parks & Mini-Insel
5. Naturschutzgebiet Ausee

1. Perfekt erreichbar

Die Au ist perfekt erreichbar: Per (Kurs-)Schiff, mit dem Auto oder – noch besser – mit dem Zug. Denn der Bahnhof Au liegt gleich gegenüber der Halbinsel, so dass man in knapp 5 Minuten «drauf» ist. Ausserdem wird der Flecken nur gerade von einer Strasse über-fahren: Der Austrasse. Diese führt an den wichtigsten Attraktionen vorbei. Spaziergänger wählen meistens den Naturweg «Im Auried», der durch das Naturschutzgebiet rund um den Ausee zu Füssen des Rebbergs führt.

teddy-b.ch - Historischer Weinberg - Halbinsel Au
Historischer Weinberg: Idylle total.

2. Historischer Weinberg…

Von weither sichtbar ist der Rebberg von Au, wo auf Höhen zwischen 420 und 450 Metern über 250 verschiedene Sorten Trauben wachsen. «Zwei Jucharten» soll bereits jener historische Rebberg an der sonnigen Südhalde umfasst haben, den man 1484 auf der Halbinsel bewirtschaftete. Denn zu alten Zeiten spielten Reben neben Holz eine bedeutende Rolle. Fast 400 Jahre später wurde die begehrte Rebfläche durch Waldrodung sogar noch erweitert …. Heute wachsen an den Hängen des 5,7 Hektaren kleinen Rebbergs immer noch viele früher gebräuchliche Rebsorten. Bewirtschaftet wird der Rebberg übrigens im Auftrag der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) vom Weinbauzentrum Wädenswil. Letzteres verkauft auch den Insel-Wein, sowohl rote wie weisse Tropfen. Unmittelbar an den Weinberg grenzend: Das Weinbaumuseum – übrigens das einzige Museum im Kanton Zürich, das sich vollständig dem Weinbau widmet. Hier drinnen ist unter anderem eine bald 300-jährige Baumpresse ausgestellt, die noch bis in die vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts in Betrieb war.

teddy-b.ch - Weinbaumuseum Au ZH
Schmucker Bau: Weinbaumuseum auf Halbinsel Au.

3. …und prächtige Bauten

Die Halbinsel Au darf man als «herrschaftlich» bezeichnen, was sie auch einigen aussergewöhnlichen, teils historischen Gebäuden und Exponaten verdankt. Das Kantonale Bildungszentrum etwa ist in einer ehemaligen Jugendstilvilla untergebracht. Das barocke Schloss Au ist heute ein Tagungszentrum und liegt inmitten einer prächtigen Parklandschaft – frei zugänglich für Besucher. Der moderne Landgasthof samt Hotelbetrieb (3 Sterne) am höchsten Punkt der Insel schliesslich ist Nachfolger eines Kurhauses aus dem Jahr 1865. Damals versuchte man gestresste Städter mit Milch- und Molkekuren auf die Au zu locken und mit dem Versprechen von «Alpes Pure Air» (gesunde alpine Luft) gar ein internationales Publikum zu gewinnen. «Alpin» ist vor allem der Ausblick geblieben: Weit sieht man über den Zürichsee bis zu den Inseln Ufenau und Lützelau – und darüber offenbart sich ein Alpenpanorama, das vom Säntis über die Churfirsten, den Speer und Vrenelis Gärtli bis Etzel und Rossberg nichts auslässt.

teddy-b.ch - Halbinsel Au
Einst ein Kurhaus, heute ein moderner Landgasthof.

4. Alte Bäume und eine Mini-Insel

Dass die historischen Gebäude auch mit Umschwung ausgestattet waren, beweisen weitläufige Parklandschaften mit teils immens hohen alten Bäumen. Und längst nicht nur Eichen wie anno domini. Ausserdem kauert vor der Halbinsel Au eine «ganze» Insel, wenn auch mini-mini-mini …. Haab-Inseli heisst das gerade mal 90 Quadratmeter kleine Eiland, auf dem Schwäne und Enten Zwischenhalt machen .

5. Ausee – Natur pur

Die Halbinsel Au trumpft sogar mit einem eigenen See auf: Dem Ausee. Dieser ist zwar mehr Teich als See, aber eine Augenweide. Besonders im Sommerhalbjahr, wenn sich tausende von Seerosen über das Wasser legen. Der Ausee wurde vor langer Zeit künstlich angelegt und gehört zum Landgut Au und damit zum Schloss Au. Gespiesen und wieder entwässert wird er von einem Kanal aus dem Zürichsee. Hier herrscht Naturschutz, das Baden ist verboten. Zumal am Ausee viele, teils seltene Vögel leben. Und unzählige spannende Pflanzen gedeihen. In einer Dreiviertelstunde hat man das Gewässer umrundet, wobei der der Halbinsel zugewandte Teil schöner ist – weil der Pfad am Wasser entlang führt.

teddy-b.ch - Ausee ZH
Juwel der Natur: Ausee innerhalb der Halbinsel.

Die Halbinsel Au besichtigen – Routenvorschlag:

Weinbaumuseum – Tauchplatz Vordere Au mit Haab-Inseli – kurzer Spaziergang dem See entlang – Feldweg (links) hinauf Richtung Austrasse + queren – parallel zum Rebberg Aufstieg zum Landgasthof (markiert) – Rast & Einkehr auf 449 Metern (höchster Punkt der Au) – Traversierung Rebberg Richtung Ausee – Umrundung auf Naturweg «Im Auried» (auf halber Strecke: Schloss Au) – zurück zum Ausgangspunkt. Dauer: 1 1/2 – 2 Std.

Teddy B, Mai 2020


Teddy B Ausflugs- und Wandervorschläge im Kanton Zürich:

Albishorn: Zu Fuss zum Gipfel-Glück
Bachtel: Schön, über dem Nebel zu wandern
Zürichberg: Wandern für Angeber
Insel Ufenau: Heilige Schöne
Atzmännig: Winter für Anfänger
Pfannenstiel: Klassiker mit Aussicht
Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg: Danke, Landi!
Voliere Zürich: S’Vogellisi

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