Wer Elm «nur» für Wintersport nutzt, verpasst eine gewaltige «Schiebung». Im Besucherzentrum Welterbe Sardona taucht man ein in die Geschichte der Alpen.

DIE FAKTEN
Name: Besucherzentrum Tektonikarena Sardona, Tel. +41 55 642 52 52 bzw. www.elm.ch
Lage: Elm (Sernftal), GL
Höhe: 977 m.ü.M.
Öffnungszeiten: Täglich 10 – 20 Uhr. Auf Anfrage Führungen mit Geo-Guide
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Anreise: Mit der Bahn via Ziegelbrücke – Glarus bis Schwanden und mit dem Postauto weiter nach Elm. Mit dem Auto von Chur bzw. Zürich via Glarus bis Elm (Dorfzentrum)
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DIE GANZE GESCHICHTE
Unspektakulärer kann ein Auftritt kaum sein – noch dazu vor einer derart gewaltigen Kulisse. Hoch über dem Vreni Schneider-Dorf Elm im Glarner Sernftal thronen die Tschingelhörner. Zu ihrer Linken grüsst der Piz Segnas und noch weiter links der Piz Sardona, einer von sieben Dreitausendern der gleichnamigen Tektonikarena Sardona. Und Zeuge der weltberühmten Glarner Hauptüberschiebung. Doch davon später.

Tektonikarena Sardona: Das Schulhaus lehrt

Ihm zu Füssen steht ein altes Schulhaus aus dem Jahr 1842 – vis-à-vis der Kirche. Dort, wo zweimal im Jahr die Sonne vor ihrem eigentlichen Aufgang den Kirchturm «küsst» …. Indem sie durch das Martinsloch blinzelt: jenes 22 Meter hohe und 19 Meter breite Loch im Grossen Tschingelhorn über Elm. Auch das Martinsloch verdankt seine Entstehung der Glarner Hauptüberschiebung.

Im einstigen Schulhaus lehrt sich prima.

Reliefs, Videos und ein Brünneli

Von all dem erfährt man im ehemaligen Schulhaus. Hier ist das «Besucherzentrum Welterbe Sardona» untergebracht. Wobei «Zentrum» etwas hoch gegriffen ist: Die Ausstellung findet Platz im einstigen Schulzimmer im Parterre. Einem einfachen Raum samt Brünneli und Schiefertafel. Es gibt Reliefs zu bestaunen, einzelne Videos, Texttafeln – und viele, viele Fotos. Ergriffen realisiert man, dass es keinerlei Interaktionen oder digitale Besonderheiten braucht, um sich für dieses gigantische Thema zu begeistern. Denn die Natur ist Besonderheit genug. Ja, viel mehr!

Wow, soooo gross…!

Die magische Linie gibt den Ton vor

Omnipräsent drinnen wie draussen: Die «magische Linie», besser bekannt als «Glarner Hauptüberschiebung». Diese erzählt von der Bildung der Alpen, als riesige Gesteinspakete übereinander geschoben wurden. Vor Millionen Jahren. Dabei ging es buchstäblich drunter und drüber, denn alte Gesteinsschichten schoben sich über viel jüngere – was heute noch spektakulär aussieht und bestens sichtbar ist. Selbst wenn man nichts von Geologie versteht.

Schlicht und gut: Besucherzentrum Tektonikarena Sardona, Elm.

Besondere Deckenüberschiebung

Die Glarner Hauptüberschiebung gilt als schönste Deckenüberschiebung der Welt und wurde von der UNESCO im Jahr 2008 als «Tektonikarena Sardona» in das Verzeichnis des Weltnaturerbes aufgenommen. Damit spielt sie in der gleichen Liga wie etwa die Galapagosinseln, der Grand Canyon oder das Great Barrier Reef. Ob so viel Grandezza und gewaltiger «Schiebung» erschauert manch ein Besucher wohlig – völlig zu Recht ….

Teddy B-Tipp 1: Baue nach einem Ski- oder sonstigen Ausflugstag in Elm diesen Besuch mit ein; danach wirst Du das Gebiet mit anderen Augen betrachten!
Teddy B-Tipp 2: Daumenkino zur Gebirgsbildung

Teddy B, Februar 2020

PS: Die Tektonikarena Sardona in Zahlen

Die Tektonikarena Sardona umfasst 32’850 Hektaren. Sie erstreckt sich über mehrheitlich hochalpine Landschaften auf dem Gebiet von 13 Gemeinden zwischen dem Vorderrheintal, dem Linthtal und dem Walensee. Von diesen liegen deren einige im Kanton Graubünden, andere im Kanton St. Gallen sowie im Kanton Glarus.

Teddy B unterwegs in der Region:

Rundweg Schiben: Weisse Weste
Luftseilbahn Matt-Weissenberge: Raus aus dem Nebel!
Wirtschaft zum Weissenberg: Fondue im Zigerschlitz
Pizol Panorama Höhenweg: Gipfeltreffen

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