Manchmal werden die Fluchtgedanken unerträglich: Nichts wie raus aus dem Nebel! Dafür bietet sich der Bachtel an, einer der höchsten Berge im Kanton Zürich. Wenn «unten» grauer Mief herrscht, strahlt auf 1100 Metern häufig die Sonne.

DIE FAKTEN
Höhe: 1115 m.ü.M.
Lage: Zürcher Oberland
Anforderungen/Kondition: leicht bis mittelschwer (je nach Route).
Anreise: Mit dem Auto (*) via Hinwil und Wald bis Orn (950 m.ü.M), zu Fuss bis ganz hinauf zum Bachtel Kulm. Mit der SBB bis Hinwil und mit dem Bus weiter nach Wernetshausen Dorf oder Girenbad, anschliessend zu Fuss bis zum Gipfel. Auch vom Bahnhof Wald führen Wege auf den Bachtel.
(*) Ausser an Sonn- und Feiertagen sind Auto bis hinauf zum Bachtel Kulm zugelassen.
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DIE GANZE GESCHICHTE
Die Aussicht vom Bachtel muss phänomenal sein. Vom Zürichsee über den Greifensee bis zu den Berner Alpen soll man sehen. Auch Pfäffiker- und Lützelsee – und im Hintergrund diverse Gipfel des Tösstals, der Glarner- und der Zentralschweizer Alpen sind da. So man denn was sieht… 😊

Bachtel: Ausflugsberg der vielen Möglichkeiten

Betty und ich haben vor allem etwas gesehen: Nebel! Einem wirklichen Meer gleich hängt dieser an Wintertagen häufig schwer und mystisch über dem Zürich- oder vielmehr Obersee. Am Horizont tauchen zwar Dutzende von Bergspitzen auf, so etwa die Rigi, der Speer und irgendwann sogar der Turm des Zürcher Hausbergs Üetliberg. Doch alles Weitere lässt sich nur erahnen.

Kein Schnebelhorn und auch kein Hörnli

Vielleicht ganz gut so. Denn hier oben auf dem Bachtel scheint die übrige Welt weit weg! Thronen tut er zwischen Hinwil im Nordwesten, Wald im Südosten und Rüti im Südwesten – oder ganz einfach im Zürcher Oberland. Mit «richtigen» Bergen ist der Kanton ja nicht gerade verwöhnt, abgesehen vom Schnebelhorn, dem mit 1292 Metern höchsten Gipfel Zürichs. Oder dem Hörnli, immerhin 1133 Meter hoch. Selbst Pfannenstiel und Üetliberg können mit ihren mickrigen 800 Metern plus nicht mithalten.

Bachtel Kulm: Über der Nebelgrenze

Mit 1115 Metern Höhe thront der Bachtel häufig oberhalb der Nebelgrenze. Und ist auch deshalb als Ausflugsberg sehr beliebt. Ausser an Sonntagen darf man ihn mit dem Auto erobern, was aber keinen Sinn macht. Denn viele und gut präparierte Wanderwege führen bergan. Oben steht ausserdem ein Aussichtsturm, der Bachtelturm. Das Original – eine Holzkonstruktion – wurde zwar 1890 durch einen Sturm zerstört, aber auch «der Neue» macht mit seiner Höhe von 75 Metern eine gute Figur.

Ein Berg – 1001 Aussichtspunkte

Einer von vielen Ausgangspunkten für eine gemächliche Bachtel-Wanderung ist der «Hasenstrick» am Südhang des Bachtels auf 950 Metern Höhe. Hier steht der gleichnamige Landgasthof mit grosser Terrasse, wo man sich in warme Felle kuscheln und Glühwein süffeln kann. Aber das darf bis zum Rückweg warten! Erst heisst es wandern, nach und nach bergan bis zum Bachtel Kulm, was etwas mehr als eine Stunde in Anspruch nimmt. Teils durch den Wald, teils durch freies Gelände.

Nussgipfel und weitere Gipfel-Erlebnisse

Schliesslich die Belohnung:  Der Bachtel Kulm samt Restaurant und dieser phänomenalen Weitsicht über das schier unendliche Nebelmeer. Denn über uns ist nur noch Sonne! Erinnerungen kommen auf an die Region Weissenberge im Glarner Zigerschlitz. Und an die Rigi und ihre tolle Panoramaroute hoch über dem Nebel. Ebenso erfreulich: Auf der Sonnenterrasse des Bachtel Kulm wird man aufmerksam und freundlich bedient, und vom Wurst-Käse-Salat über den Bachtelteller bis zur Bratwurst mit Zwiebelsauce sieht alles appetitlich aus. Auch die Preise. Wer hier seine Gerstensuppe löffelt, ein Glas Rotwein dazu trinkt und in die Sonne blinzelt, will gar nicht mehr weg. Der Nussgipfel zum Schluss ist ein weiteres Gipfel-Erlebnis… 😊! Schön, so über dem Nebel zu wandern…

Teddy B, Dezember 2018

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