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Vom Dorf Malans in der Bündner Herrschaft führt eine alte Seilbahn auf 1800 Meter Höhe; ein Gondeli, das von Freiwiligen betrieben wird und eine «kriegerische» Vergangenheit hat. Denn einst gehörte die Älplibahn Malans dem Militär.

DIE FAKTEN
Höhe: 568 m.ü.M. (Talstation) bzw. 1801 M.ü.M. (Bergstation)
Lage: Malans in der Bündner Herrschaft, dem nördlichsten Teil des Kantons
Betrieb: Ab Mitte Mai (siehe Website)
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DIE GANZE GESCHICHTE
Nach Malans fahre ich gewöhnlich der Weine und einigen renommierten Winzern wegen. Schliesslich liegt das schmucke Dorf in der Bündner Herrschaft, die für hervorragende Pinots, Federweisse und andere Tropfen bekannt ist. Eine Bahnverbindung vom benachbarten Landquart gibt es auch, so dass ich mit gutem Gewissen ein, zwei oder auch drei Gläser trinken darf.  Nicht mal einen Pass überqueren muss ich, um den nördlichsten Teil Graubündens zu erreichen.

Malans in der Bündner Herrschaft

Aber natürlich will ich in Malans mehr als «nur» Wein trinken. Nämlich hoch hinaus! Genau genommen auf  über 1800 Meter. Ziel ist das Älpli am Vilan, einem Zweitausender am Eingang zum Prättigau. Hinauf zum Älpli bringt mich die Älplibahn mit ihren leuchtend gelben Kabinen, auf die der Begriff «Gondeli» voll zutrifft.
Wer’s pressant hat, ist hier übrigens falsch: Die Älplibahn gondelt ihre Gäste piano piano in 14 Minuten bergwärts Richtung Älpli. Damit erinnert sie mich an jene Seilbahn im Toggenburg, die ihre Gäste in einer scheinbaren Ewigkeit auf das Hochmoor Wolzenalp befördert. Gerade mal 32 Personen können in den zwei mal zwei Malanser-Gondeli pro Stunde befördert werden. Und das ist gut, um richtig abzuschalten auf dem Weg nach oben. Zumal die Aussicht mit jedem Höhenmeter schöner wird. Und weil die Älplibahn keine Massen verfrachtet, ist eine vorgängige Reservation unumgänglich.

Für Soldaten gebaut, von Touristen genutzt

So idyllisch wie die Gegenwart anmutet, war die Vergangenheit übrigens nicht. Denn die Bahn wurde im Zweiten Weltkrieg für das Militär gebaut, um die an der Grenze stationierten Truppen mit Nachschubmaterial zu versorgen. Ab 1945 durfte die Älplibahn auch für zivile Zwecke eingesetzt werden und wurde sogar zur ersten konzessionierten Luftseilbahn Graubündens. Mit einer Länge von 3,5 Kilometern gehörte sie damals  zu den längsten Seilbahnen der Schweiz.

Salsiz, Gerstensuppe und ein Pinot

Tempi passati. Kaum ein Tourist weiss mehr von dieser wechselvollen Bahn-Geschichte. Lieber geniesst man nach erfolgter Auf-Fahrt auf 1800 Metern einen währschaften Salsiz mit Brot oder eine Bündner Gerstensuppe und dazu einen Bündner Federweissen oder Pinot. Denn natürlich gibts hier oben auch ein einfaches Restaurant. Dieses wird, wie die Älplibahn, weitgehend von Freiwilligen geführt; sie alle gehören der Älplibahngemeinschaft an. Ohne sie wäre diese nostalgische, schöne «Gondeli»-Bahn längst Geschichte.
Wanderfans übrigens finden eine reiche Palette an aussichtsreichen Routen vor – alle von einem lokalen Wanderleiter und Älplibahn-Mitglied geprüft.

Teddy B, Juli 2018

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